Die Entdeckung der Currywurst

Drama, D 2008
Lena (B. Sukowa) verliebt sich in einen Deserteur

Lena (B. Sukowa) verliebt sich in einen Deserteur

Viele Geschichten ranken sich um die Erfindung des beliebtesten deutschen Schnellimbisses, eine der bekanntesten ist Uwe Timms Liebesnovelle "Die Entdeckung der Currywurst" aus dem Jahr 1993. Die gleichnishafte Erzählung machte als Comic und im Theater Karriere, eine Adaptierung für das Kino wagte schließlich Ulla Wagner mit den beiden Theaterakteuren Barbara Sukowa und Alexander Khuon.

Schauplatz der Geschichte ist Hamburg während der letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs. Die attraktive Mittvierzigerin Lena Brücker (Sukowa) geht ins Kino, doch die Vorführung wird wieder einmal von einem Luftalarm gestört. Im Bunker kommen sich Lena und der viel jüngere Bootsmann Hermann Bremer (Khuon) näher, später verstecken sich die beiden in Lenas Wohnung - und bleiben dort vorerst auch. Denn Lenas Mann ist verschollen, und Hermann hat panische Angst vor seinem nächsten Einsatz.

In der Gefahr des Augenblicks - selbst im eigenen Haus lauern die Denunzianten - verlieben sich die aufblühende Kantinenwirtin und der fesche Fahnenflüchtling. Doch das Ende des Krieges, befürchtet Lena, würde wohl auch das Ende des gemeinsamen Glücks bedeuten, denn schließlich hat auch Hermann eine Familie, die auf ihn wartet. Also verschweigt sie ihm kurzerhand das Kriegsende, doch die Enge und die Isolation in ihrer Wohnung sind für den jungen Gespielen bald trotzdem nicht mehr auszuhalten.

Dass das Drama erst jetzt in die heimischen Lichtspieltheater kommt, liegt mit Sicherheit nicht an der schauspielerischen Leistung. Sukowa und Khuon machen ihre Sache ganz ausgezeichnet, selbst Wolfgang "Trautmann" Böck wirkt als subversiver Koch im Nazi-Regime irgendwie überzeugend. Leider ist der Film aber nicht Fisch und nicht Fleisch, sondern plätschert meist nur so dahin. Die Enge und die verzwickte Lage werden nicht sehr filmisch, sondern eher theatralisch umgesetzt - und auch die Lust auf eine geschnittene Wurst in Ketchup-Curry-Soße hält sich im Anschluss leider sehr in Grenzen.

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