Die Eiserne Lady

Drama, GB/F 2011
Meryl Streep überzeugt als "Iron Lady"

Meryl Streep überzeugt als "Iron Lady"

Bereits Monate vor dem Kinostart wurde im Vereinigten Königreich über "Die Eiserne Lady" diskutiert. Die Urteile reichten schließlich von "flach" über "respektlos" bis hin zu "brillant". Einig waren sich die meisten Kritiker nur in einem: Meryl Streep legt eine atemberaubende Darstellung hin, die auch mit einem Oscar belohnt wurde. Nun läuft der Film auch in Österreich an.

Die Macher dürften erwartet haben, Kontroversen auszulösen - und das nicht nur wegen der generell gespaltenen Meinung zu der konservativen Tory-Politikerin. Denn statt eine vor allem politische Biografie zu erzählen, die den Fokus auf die Zeitgeschichte lenkt, haben sie sich für einen sehr persönlichen Ansatz entschieden. Ausgangspunkt ist Thatchers Demenzerkrankung, über die ihre Tochter Carol 2009 ein Buch herausbrachte. Darin berichtete sie, dass ihre Mutter an schlechten Tagen manchmal denke, sie sei weiterhin Premierministerin und ihr 2003 gestorbener Ehemann Denis lebe noch.

Szenen über die heutige Zerbrechlichkeit der einst für ihren scharfen Verstand und stählernen Willen bekannten Politikerin sind Ausgangspunkt für Rückblicke, in denen die politische Karriere der Kaufmanns-Tochter dargestellt wird. Als junge Frau sieht sie ihren eigenen Vater über die Vorteile einer freien Marktwirtschaft und die Eigenverantwortung jedes Einzelnen sprechen. Sie erlebt den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach, arbeitet selber im Geschäft mir. Ihr fleißiges Lernen bringt ihr einen Studienplatz in Oxford. Und mit wahrlich eisernem Durchhaltevermögen klettert sie in der Männerwelt der Politik für die Konservativen immer weiter nach oben. Parallel dazu heiratet sie und zieht zwei Kinder groß.

Nicht immer in historisch korrekter Reihenfolge wird ihre Zeit in Downing Street Nummer 10 nachgezeichnet - die Straßenschlachten, die sie mit ihrer harten Sparpolitik auslöst, ihr Kampf gegen die Gewerkschaften, der Falklandkrieg. Am Ende klammert sie sich an die Macht, wird aber von Parteikollegen gestürzt.

Aus der Vielfalt der Erzählstränge steht vor allem das einfühlsame Porträt der Demenzkranken hervor, die die Verbindung mit sich und der Welt verliert. Der schleppende Gang der alten Dame, ihre Selbstgespräche, die trotz aller Verwirrung auf den scharfen Verstand schließen lassen, die Mimik, wenn sie die Welt nicht mehr versteht - Streep erfasst jede Nuance. Dabei hat auch die Maske, die unter anderem ihre Nase so modellierte, dass sie Thatcher ähnlicher sah, wahre Wunder gewirkt. Der Golden Globe und der Oscar für die verdiente Schauspielerin waren keine Überraschung. Kritiker monieren allerdings, dass der Fokus auf die Demenz Thatchers Lebensgeschichte zu sehr eingeschränkt.

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