Die Dreigroschenoper

/ , D 1931
Sozialkritik im London des späten 19. Jahrhunderts

Sozialkritik im London des späten 19. Jahrhunderts

Georg Wilhelm Pabst zählte in den 30er Jahren zu einem der wichtigsten Vertreter des noch jungen Mediums Film. Bertolt Brecht wuchs gerade zu einem Giganten der internationalen Theaterszene heran. 1931 taten sich die beiden zusammen und verfilmten Brechts "Dreigroschenoper" - am 27. Februar um 19 Uhr im Wiener Metro Kino (Filmarchiv) zu sehen.

Zerwürfnisse und gerichtliche Auseinandersetzungen überschatteten die Herstellung dieses Films. 1928 hatte Brechts Stück Premiere, und seine Wirkung war außerordentlich. 1930, als die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat die Dreimillionengrenze überschritten hatte, begann Brecht mit der Übersetzung seines Theaterstücks in eine andere Apparatur. Der Film sollte pointierter argumentieren als das Stück, neue Songs einschließen und näher an die Gegenwart heranführen.

Pabst ignorierte jedoch die "episch-aggressive Struktur" von Brechts Vorlagen, gestaltete die Songs der Dreigroschenoper zu Höhepunkten seines Film und setzte auf fließende filmische Bewegungen statt auf Unterbrechungen und Einschnitte. Brecht kritisierte das Ergebnis und den Weg dorthin aufs Schärfste. Siegfried Kracauer schrieb hingegen: "Die Filmversion, ursprünglich von Brecht beeinflusst, wich stark vom Stück ab, behielt aber im großen und ganzen ihre soziale Satire, echten Schmiss und revolutionären Beiklang."

Die Handlung führt in ein imaginäres London des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Drei Schurken, Mackie Messer, Anführer einer Verbrecherbande, Peachum, der Bettlerkönig, und Tiger Brown, der Polizeichef, avancieren zu Stützen der Gesellschaft. Pabst durchdrang dabei weniger die reale umgebende Welt, als er eine eigene, irreale schaffte. Die Schönheit des Films zehrte seine Wirkung auf. 1932 wurde "Die Dreigroschenoper" unter die zehn besten, je gedrehten Filme gewählt.

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