"Die Brücke von Ambreville"

Drama/Romanze, F 1999
Melancholie á la Depardieu

Melancholie á la Depardieu

Wenn ein Mann einer verheirateten Frau erzählt, dass er schon immer Brücken bauen wollte, sollten bei ihr eigentlich die Alarmglocken läuten. Vor allem, wenn er sich gerade neben ihr im Kino bei "Tonight, tonight" aus der West Side Story eine Träne von der Backe gewischt hat. Es ist also keine wirkliche Überraschung, wer in "Die Brücke von Ambreville" das Ehepaar Mina (Carole Bouquet) und Georges (Gerard Depardieu) - übrigens auch im wirklichen Leben liiert - auseinander bringt. ****

Damit hat sich's dann aber auch schon mit der Ironie in Depardieus zweiter Regiearbeit (nach "Le Tartuffe", 1984): ein stiller, melancholischer Film über das alte Lied und Leid vergänglicher Liebe. Georges, Mina und ihr 15-jähriger Sohn Tommy sind eine auf den ersten Blick intakte Familie. Auf den zweiten Blick ist vor allem Tommy die Brücke zwischen den beiden Ehepartnern. Während der arbeitslose Georges im Wirtshaus Karten spielt, entflieht die Hausfrau Mina mit Tommy, der mitunter eher die Rolle des Lebenspartners als des Sohnes einzunehmen scheint, im Kino ihrem eintönigen Alltag in einer Kleinstadt der Normandie. Dass Minas Leinwandträume ausgerechnet in der Gestalt jenes jungen Pariser Architekten Mathias (Charles Berling) wahr werden, der im Nachbarort eine Brücke über die Seine baut und bei dem Georges zu arbeiten beginnt, macht diese alltägliche Geschichte einerseits ein bisschen märchenhafter und andererseits Georges zum doppelten Loser.


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