Die Band von Nebenan

Komödie/Drama, IL/F/USA 2007
Manchmal weiß man einfach nicht weiter...

Manchmal weiß man einfach nicht weiter...

Bilder voller Einsamkeit: Ein Flughafen ohne Passagiere, eine endlose, leere Wüstenstraße und ein Ort irgendwo in Israel, in dem Totenstille herrscht. Und mittendrin acht Musiker eines ägyptischen Polizeiorchesters. Mit riesigen Instrumentenkoffern sind sie fernab der Großstadt gestrandet. Ein Missverständnis. Denn eigentlich sollen sie in einem arabischen Kulturzentrum spielen.

Doch weil sie an diesem Tag nicht mehr weiterkommen, müssen sie in dem trostlosen Nest die Nacht verbringen. "Die Band von Nebenan" heißt das Filmdebüt von Eran Kolirin, das auf wunderbare Weise anrührende Geschichten voller Sehnsucht erzählt und sie mit lakonischem Humor untermalt.

Der Streifen schildert die unverhoffte Begegnung von Menschen aus zwei Nachbarländern, die früher verfeindet waren und bis heute in einer Art kaltem Frieden leben. Es gibt vieles, was sie verbindet, doch trotzdem finden sie keine gemeinsame Sprache. Amerika, Europa - alles ist näher und wichtiger als der Nachbar und damit geht auch ein Stück Identität verloren. Geschickt verbindet Kolirin die Schicksale, lässt die Menschen aufeinanderprallen, sich öffnen und wieder voneinander lösen. So wie Dina und Tewfiq. Zu Beginn gibt sich Tewfiq als der vornehme Leiter des Orchesters, der nur in gestelzten, altmodischen Sätzen redet. Trotzdem lässt er sich von Dina mit ihrer lasziv-herben Schönheit dazu überreden, mit ihr auszugehen. Dabei fängt er auf einmal doch an, ihr aus seinem Leben zu erzählen, von seiner toten Frau, von seinem Sohn. Und auch Dina gewährt Einblick in ihr Innerstes.

Mit dem Film verbindet Kolirin Kindheitserinnerungen an die 1980er Jahre, als sich die Menschen in Israel freitags vor dem Fernseher versammelten, um zusammen ägyptische Filme zu sehen. Nun sei das Fernsehen privatisiert und strahle den "Müll aus aller Welt" aus, aber keine ägyptischen Filme mehr, bedauert Kolirin. "Diese Frage, warum wir aufgehört haben, Liebesfilme bei unseren Nachbarn zu kaufen, sondern sie stattdessen in der ganzen Welt einkaufen, beschäftigt mich sehr." Darin sieht er eines der größten Probleme im Mittleren Osten: "Wir wollen alle vergessen, dass wir da leben. Wir leben in Amerika, wir leben in Europa, aber wir leben nicht im Mittleren Osten." Alle bekämpften sich bis zum Tod, aber sie verlieren sich im großen Kampf gegen dem Westen, glaubt Kolirin. Vielleicht werde der Friede kommen. "Aber wir werden alle bei McDonalds essen und Englisch reden."

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