Dialog mit meinem Gärtner

Komödie, F 2007
Auteuil und Darroussin als Künstler und Gärtner

Auteuil und Darroussin als Künstler und Gärtner

Auf einer einsamen Straße kommt ein Mann auf seinem Motorroller entlang und hält vor einem großen alten Haus. Dann stehen sich dessen Besitzer und sein neuer Gärtner gegenüber: Da sie einander wiedererkennen, geraten die beiden in ein humorvolles Gespräch über das Leben. Der "Dialog mit meinem Gärtner" bildet den Hauptanteil an Jean Beckers gleichnamiger, sehr französisch wirkender Tragikomödie.

Daniel Auteuil ("Caché") verkörpert den eigentlich aus Paris stammenden, kommerziell erfolgreichen, aber unzufriedenen Künstler, der mit seiner Frau kurz vor der Scheidung und mit seiner Tochter im Streit lebt. Sein bescheiden-gewitzter Gegenspieler ist Jean-Pierre Darroussin ("Saint Jacques - Pilgern auf Französisch") - der pensionierte Eisenbahner, Angler und Hobbygärtner, der sein Dorf kaum je verlassen hat und alle Nachbarn kennt, der die Routine genauso liebt wie seine Familie und sich zum Alltagsphilosophen reinsten Wassers entwickelt hat. Dieser Landmann lehrt den Maler die Bedeutung menschlicher Grundwerte wie Familie und Arbeit, aber auch der kleinen Dinge.

Das Atmosphärische - Poesie, Lebenslust und Melancholie - wirkt traumhaft. Um seine existenzielle Botschaft zu untermauern, macht dieser aufs Wohlgefühl zielende Film nach dem Roman von Henri Cueco vor Krankheit und Tod nicht halt. Da nimmt es am Ende auch nicht Wunder, was der geläuterte Künstler für seine Pariser Vernissage-Gäste auf die Leinwände gepinselt hat: Kürbisse und Karotten, den Fisch und die Ehefrau sowie - ein Messer und ein Stück Schnur.

Regisseur Becker, der in den frühen 1960er Jahren mit Belmondo drehte und später bereits in "Ein Sommer auf dem Lande" (1999) ein Loblied auf das schlichte, aber gute Dasein sang, fand für seine ungleichen Helden zwei gestandene, einfühlsame Darsteller.

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