Der verbotene Schlüssel

Horror/Thriller, USA 2005
Kate Hudson in einem Grusel-Thriller

Kate Hudson in einem Grusel-Thriller

Eva konnte es einfach nicht lassen, vom Apfel der Erkenntnis zu naschen - mit den bekannten Folgen. Und auch im Okkult-Thriller "Der verbotene Schlüssel" ist eine patente junge Frau allzu neugierig.

Als die Krankenschwester Caroline ihre neue Stelle als Privatpflegerin des sterbenden Schlaganfall-Patienten Ben antritt, bekommt sie von dessen Ehefrau Violet einen Generalschlüssel für alle Türen im Haus ausgehändigt. Und was ist das für ein Haus: eine verwitterte Plantagenvilla, umgeben von einem verwunschenen tropischen Garten, mit Kronleuchtern, labyrinthischen Gängen, verschatteten Räumen.

Es liegt im Hinterland von New Orleans, wo sich Alligator und Moskito gute Nacht sagen, wo bei magischen Flüchen französisch gemurmelt wird, und wo die Lynchjustiz hinter jeder Ecke lauert. Und als der stumme, gelähmte Ben, der ab und zu aus dem Rollstuhl ausbüxt, stille Hilferufe aussendet, fragt sich die rationale junge Frau schließlich, ob das Haus oder Violet den Mann verhext hat.

Man darf Wetten abschließen, wie lange es dauert, bis die handfeste Krankenschwester an der Tür der verstecktesten Kammer rüttelt und, als der Schlüssel nicht mehr nützt, ihre Haarklammer zum Dietrich umfunktioniert. Das in der Kammer befindliche Brimborium ist vielversprechend. Regisseur Iain Softley verzichtet in seiner Schauermär absichtlich auf computerisierten Spezialeffekten-Mummenschanz zu Gunsten eines handgemachten Hokuspokus, der lange außer Mode war - wie Hühnerskelette, selbst gestrickte Verwünschungs-Püppchen zum Hineinstechen, Pülverchen, die man vorm Zubettgehen auf die Schwelle streut, damit böse Geister, bzw. alte Ehefrauen abgeschreckt werden.

Die traditionelle Verfluchungs-Methode ist in diesem Landstrich nicht Voodoo, sondern das hausfraulich-unspektakuläre Hoodoo, ein aus dem Volksglauben von Sklaven und französischen Einwanderern zusammengebrauter Kult, der hiermit zum ersten Mal auf der Leinwand auftaucht. Der Gruselthriller hat einen vergleichsweise subtilen Ausgangspunkt, denn alles dreht sich um die Gretchenfrage des Glaubens: Behält die zugereiste Krankenschwester die Nerven oder lässt sie sich in den Sumpf des Aberglaubens hineinziehen? Lässt sie sich von Violets Mantra der vermeintlichen Magie des "alten Südens" das Hirn vernebeln oder hält sie das Beschwörungs-Gebrabbel weiterhin für Selbstsuggestion?

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