Der Sohn von Rambow

Komödie/Drama, F/GB/D 2007
Eine außergewöhnliche Freundschaft

Eine außergewöhnliche Freundschaft

England, Anfang der 80er Jahre. Für den elfjährigen Will sind Fernsehen, Filme oder Musik tabu, weil seine Mutter streng gläubiges Mitglied einer christlichen Gemeinschaft ist. So bleibt Will nur seine Fantasie, die sich in wild wuchernden Zeichnungen an den Seitenrändern seiner Bibel austobt. "Der Sohn von Rambow" ist eine autobiografisch grundierte Komödie Regisseur Garth Jennings.

Eines Tages trifft der Außenseiter Will (Bill Milner) auf dem Schulflur den vorlauten Rabauken Lee (Will Poulter). Allmählich freunden sich die beiden so unterschiedlichen Buben an und entdecken eine gemeinsame Leidenschaft: das Filmemachen im Stile ihres großen Idols Sylvester Stallone, der 1982 als Dschungelkämpfer "Rambo" bis an die Zähne bewaffnet die Leinwände eroberte.

Die von allen belächelten Außenseiter Will und Lee ziehen als Guerilla-Filmer unbeirrt in die Schlacht. Hänfling Will spielt mit Stirnband den muskelbepackten Action-Helden, Großmaul Lee steht als Diktator hinter der Kamera und kommandiert seinen "Star" ohne Rücksicht auf Verluste. Der landet dann schon einmal im Dorfteich, obwohl er nicht schwimmen kann, oder wird wie eine Rakete in die Luft katapultiert. Die Dreharbeiten werden immer abenteuerlicher, aber die Burschen erschaffen sich ihre eigene Welt.

Der 1971 geborene britische Regisseur Garth Jennings ("Per Anhalter durch die Galaxis") legt mit "Der Sohn von Rambow" einen charmant-verspielten Film über zwei Freunde vor, die mit der Videokamera der Enge ihrer spießigen Umgebung entfliehen. Jennings selbst drehte als Jugendlicher Amateurstreifen, später gründete er mit Produzent Nick Goldsmith die Firma "Hammer & Tongs", die sich auf Musikvideos und Werbefilme spezialisierte.

Die Faszination für die 1980er Jahre lugt bei Jennings aus jeder Einstellung heraus. Ganz ähnlich wie Michel Gondry in dem in diesem Frühjahr angelaufenen Abenteuer "Abgedreht" mit Jack Black als Filmfreak gibt sich auch "Der Sohn von Rambow" hemmungslos dem Charme von Karottenjeans, Glitzerhemden, knallroten Stiefeletten und natürlich der Aura von klobigen Videokassetten und rauchgeschwängerten Kinos hin.

Etwas weniger nostalgisches Design, skurrile Nebenfiguren, Dauer-Soundtrack und mehr Konzentration auf die trotz allem anrührende Geschichte einer Freundschaft wären schon nicht schlecht gewesen. Dem entwaffnenden Charme der beiden furios aufspielenden jungen Hauptdarsteller allerdings kann man sich unmöglich entziehen.

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