"Der Prinz und ich": US-Schmonzette dumm wie Knäckebrot

Komödie/Romanze, USA 2004
Beziehungskomödie über dänischen Thronfolger

Beziehungskomödie über dänischen Thronfolger

Vielleicht ist es ja nur ein Zufall, dass der dänische Prinz Edward in der Beziehungskomödie "Der Prinz und ich" dem britischen Thronfolger Prinz William ähnlich sieht. Der dänische Schwerenöter verabschiedet sich vom heimatlichen Schloss, um inkognito an der Universität von Wisconin zu studieren.

Der Grund für die seltsame Wahl: Beim Zappen im Fernsehen ist Edward auf eine Studentin aus jenem Agrarland gestoßen, die, fröhlich in die Kamera grinsend, ihr T-Shirt lüpfte. Nichts wie hin also und die erste amerikanische Studentin gefragt, ob sie für ihn strippt: Diesem Dänen müssen erst einmal Manieren beigebracht werden.

Das so unziemlich angesprochene Aschenputtel namens Paige ist eine strebsame Studentin mit Ambitionen als Dritte-Welt-Ärztin und zeigt "Eddie" erst einmal die Zähne. Eddie, der sich auf den ersten Blick in Paige verliebt, wird im Nu zum ernsthaften jungen Mann und zum Fan von Rasenmäherrennen bekehrt, der bevorzugten Freizeitbelustigung von Paiges Farmer-Eltern. Dafür lässt der einstige Playboy jeden Lamborghini stehen.

Dieses verkorkste Märchen überstrapaziert die Lizenz zum Blöden, die dem Genre innewohnt, eindeutig. Man ist ja daran gewohnt, dass US-Teenie-Filme unentwegt dazu aufrufen, die steifen europäischen Fürstenhäuser durch handfeste Amerikanerinnen aufzulockern. Doch im letzten Drittel wirkt die Schmonzette, die in einem lieblosen Happy End verläppert, geradezu provozierend in ihrer überheblichen Einfalt.

Und unfreiwillig komisch. Nicht genug damit, dass der dänische Thronfolger sogar zu seinen Untertanen englisch spricht, und dass Kopenhagen, wie fast alle Euro-Metropolen in amerikanischen Filmen, wie Prag aussieht: Doch wenn Edward allen Ernstes das heimische Parlamentsgezänk mit dem Hinweis auf amerikanische Farmerstugenden besänftigt, ist das Missionarische dieser Mär nicht mehr zum Lachen.

Und es stimmt auch traurig, wie zwei junge Talente hilflos in Drehbuch-Untiefen versacken. Denn zwischen Story-Platitüden und unmotivierten Stimmungswechseln der Darsteller besticht ihre Liebesgeschichte immer mal wieder durch klischeefreie, prickelnde Momente. Julia Stiles besitzt genug Charme, um auch in ihrer x-ten Rolle als emanzipierte junge Frau (zuletzt in "Carolina") zu beeindrucken - sogar dann, wenn sie sich wie stets für den Märchenprinzen entscheidet. Ihr eher apartes als hübsches Gesicht, die skeptischen Blicke, die sie ihrem Verehrer zuwirft, ihre ernsthafte Miene und unterschwellige Bockigkeit - all das ist unbestreitbar niedlich.

Luke Mably als Dänenprinz bleibt wegen seines charakterlichen Zickzack-Kurses zwar wenig Raum für Glaubhaftigkeit - aber er sieht dabei so gut aus, dass ihm weibliche Herzen zufliegen werden. Und er liebt Paige sogar dann noch, wenn die böse dänische Schwiegermutter seiner zukünftigen Gemahlin Hutungeheuer a la Königin Beatrix verordnet. Zum Ausgleich bekommt die Amerikanerin immerhin freien Zugang zur Schatzkammer, und der Zuschauer hat wieder mal was zu lachen.

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