Der letzte Zug

Abenteuer/Komödie, RA/E/ROU 2002
Resignation macht sich breit

Resignation macht sich breit

Die letzten 688 Berliner Juden fahren im April 1943 sechs Tage lang Richtung Auschwitz, eingepfercht in Viehwaggons. Kaum Wasser, kein Essen. Auf ihre Hilferufe antworten die Soldaten mit Schüssen. Am Ende ihrer Fahrt erwartet sie der Tod im NS-Vernichtungslager. Produzent Artur Brauner zeigt mit seinem jüngsten Film "Der letzte Zug" ein Kammerspiel des Schreckens.

Vier Regisseure, darunter Armin Müller-Stahl, hatten sich bereits mit dem Filmprojekt beschäftigt. Brauner beauftragte schließlich Joseph Vilsmaier und dessen Ehefrau Dana Vavrova mit den Dreharbeiten in Tschechien. Der Produzent erschütterte das Kinopublikum bereits 2002 mit dem teilweise dokumentarischen Film "Babij Jar", der Geschichte vom Massenmord an Juden in Kiew.

In "Der letzte Zug" stellen Vilsmaier und Vavrova die Geschichte von Hoffnung in völliger Hoffnungslosigkeit auf engstem Raum dar: In einem Zugwaggon mit 100 Gefangenen. Die Kamera verlässt nur selten den Waggon. Sie bleibt ganz nah an den Menschen, die an Entkräftung sterben oder wahnsinnig werden. Das Leid verschlägt dem Zuschauer den Atem. Am Ende öffnet sich die Waggontür, die Kamera fährt über die Passagiere und die Lebenden sind nicht mehr von den Toten zu unterscheiden. Die sechs Tage Zugfahrt werden in einer Intensität dargestellt, die fassungslos macht. Je länger die Fahrt dauert, desto schrecklicher werden die Bilder.

In Rückblicken wird die Geschichte der Figuren (u.a. Gedeon Burkhard, Sibel Kekilli und Lale Yavas) erzählt. Je auswegloser die Situation, desto glücklicher werden die Erinnerungen wie an das Tanzen der Tochter oder einen umjubelten Konzertauftritt. Den Gefangenen bleibt nur die Flucht in die Gedankenwelt - bis der Durst sie wieder in die grausame Wirklichkeit zerrt.

Kinotipps
Das kleine Vergnügen

Das kleine Vergnügen

Kinotipps
No Man's Land - Expedition Antarctica

No Man's Land - Expedition Antarctica

Zwei Tiroler befahren erstmals die höchsten Berge der Antarktis mit Skiern

Kinotipps
Johnny English - Man lebt nur dreimal

Johnny English - Man lebt nur dreimal

Rowan Atkinson, immer noch witzig

Kinotipps
Unser Saatgut - Wir ernten, was wir säen

Unser Saatgut - Wir ernten, was wir säen

Film über passionierte Menschen, die um die Zukunft der Samenvielfalt kämpfen

Kinotipps
Der Vorname

Der Vorname

Remake des Frankreich-Hits aus 2012!

Kinotipps
Back to the Fatherland

Back to the Fatherland

Doku, gemacht von Nachkommen von Nazis und jüdischen Nazi-Opfern