Der letzte Sommer der Reichen

A 2015
Hanna von Stezewitz nimmt sich ohne Skrupel was ihr gefällt

Hanna von Stezewitz nimmt sich ohne Skrupel was ihr gefällt

Die junge Konzernherrin Hanna von Stezewitz (Amira Casar) ist eine kaltblütige Frau mit Vorliebe für Lack und Leder, die buchstäblich über Leichen geht. "Der letzte Sommer der Reichen" des Österreichers Peter Kern feierte auf der Berlinale im Februar in der Reihe Panorama seine Premiere.

Anders denn als Parabel lässt sich der Film nicht sehen. Zu überzeichnet erscheint die Geschichte der jungen Konzernherrin Hanna von Stezewitz (Amira Casar) mitunter, einer kaltblütigen Frau, die sowohl in der Wirtschaft wie der Politik Fäden zieht - und auch bereit ist, ihren kranken Großvater aus dem Weg zu räumen. Dass sich die exzentrische Lady in die Krankenschwester ihres Großvaters verliebt und dabei vermutlich erstmals in ihrem Leben einem Menschen verfällt, könnte allerdings ihren Untergang bedeuten.

Dazu produziert die Kamera (Peter Roehsler) klinisch scharfe Einstellungen im kalten Weiß kontrastierend zu barocken Bildern ebenso wie eigenwillige Blicke auf handelnde Personen. Auch die Handlung, die gegen Ende fast "Tatort"-gleiche Pirouetten schlägt, ist durchaus angetan, eine interessante Geschichte zu erzählen. Doch gelingt es Regisseur Peter Kern nicht, den Zuschauer zu packen und von den unterschiedlichen Milieus zu überzeugen. Vieles gerät zu plakativ. Selbst der Morgenblätterwalzer zu Sado-Maso-Szenen demaskiert sich als bewusst gesetzter Kontrast und bebildert akustisch Szenen, die nicht schockieren.

In der Berlinale-Pressekonferenz gelang es Peter Kern, seine Reichtums-Kritik deutlich zu machen: "Das persönliche Glück ist auf der Straße der Sehnsucht gelandet", sagte er. "Es gibt kein Glück für reiche Leute." Um ihren Reichtum zu schützen, müssten sie eine Sicherheitsstufe einziehen, die Mafia heiße. Deshalb wäre dort letztlich stets Kriminelles im Spiel.

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