Der Krieg des Charlie Wilson

Drama/ , USA 2007
Wilson in typischer Arbeitspose

Wilson in typischer Arbeitspose

"Leider haben wir das Endspiel vermasselt", bringt es Charlie Wilson auf den Punkt. Der Kongressabgeordnete (gespielt von Tom Hanks) war - so will es diese Geschichte - hauptverantwortlich für den Rückzug der Sowjetarmee aus Afghanistan. Regie-Altmeister Mike Nichols zeigt die Vorgeschichte der aktuellen Afghanistan-Krise als unterhaltsame Politsatire.

Als Ende 1979 die Rote Armee in Afghanistan einfällt, interessiert dies den Westen herzlich wenig. Nur der texanische Kongressabgeordnete Charlie Wilson merkt angesichts eines TV-Beitrags aus der felsigen Einöde mit wild gestikulierenden Mudschaheddin im Hintergrund auf. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt mit Whiskey, Koks und nackten Mädchen in einem Whirlpool; unversehens kontaktiert er jedoch sein früheres Gspusi, die stramm rechte Gesellschaftslöwin Joanne Herring. Die blonde "Kommunistenfresserin" (Julia Roberts) ist gut mit dem pakistanischen Diktator Zia ul-Haq befreundet. Und als Charlie nach einem Besuch im Nahen Osten auch das Elend der afghanischen Flüchtlingslager mitkriegt, nimmt er schließlich auch noch mit dem CIA-Agenten Gust (zurecht Oscar-nominiert: Philip Seymour Hoffman) Kontakt auf.

Das seltsame Trio überlistet mit dreisten Winkelzügen die Bürokratie von Kongress und Geheimdienst, spielt Israelis und Araber gegeneinander aus, erklärt verdutzen Senatoren, warum man Staaten helfen soll, in denen das Steinigen von Frauen übliche Praxis ist. Bald werden die Hilfen aus geheimen Geldtöpfen von fünf auf hunderte Millionen Dollar erhöht: Die Mudschaheddin bekommen modernste Waffen, mit denen sie sowjetische Jets, Hubschrauber und Panzer zu Dutzenden zerstören können. Als die Russen 1989 abziehen, knallen in Texas die Korken - nicht ahnend, dass die Geister, die man gerufen hat, bald nicht als Freiheitskämpfer gefeiert, sondern als bestens bewaffnete Taliban vom Westen bekämpft werden.

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