Der Knochenmann

Krimi/Thriller, A 2009
Liebe in schweren Zeiten: Minichmayr, Hader

Liebe in schweren Zeiten: Minichmayr, Hader

"Jetzt ist schon wieder was passiert." Nach "Komm süßer Tod" und "Silentium" hat Wolfgang Murnberger zum dritten Mal einen Wolf Haas-Roman rund um den Privatdetektiv Brenner verfilmt. Hauptdarsteller Josef Hader ermittelt diesmal in einer Backhendlstation in der Provinz, wo nicht nur das Geflügel dran glauben muss. Und er verliebt sich in die herrlich-ordinäre Jungwirtin Birgit Minichmayr.

Ein Mann namens Horvath ist mit den Raten für sein Auto im Rückstand. Brenner wird zum Geldeintreiben ausgeschickt. Doch im steirischen Gasthof "Löschenkohl" mit angeschlossener Backhendlstation ist der säumige Zahler nicht aufzutreiben. Aber es wäre nicht der Brenner, wenn ihm die Knochenmehlmaschine in Löschenkohls Keller nicht einige düstere Rätsel aufgäbe. Bei denen spielt auch der kleine "Grenzverkehr" in ein Bordell in Bratislava eine wichtige Rolle.

Die junge Wirts-Schwiegertochter Birgit verdreht dem mürrischen Eigenbrötler Brenner so den Kopf, dass er am Ende froh sein muss, diesen noch auf dem Hals zu haben. Um den Fall aufzuklären, bleibt er in dem Landgasthaus wohnen, verliebt sich und erfährt, dass nicht nur die Hendlknochen durch den Knochenhäcksler getrieben werden.

"Der Knochenmann" ist düster, spannend und humorvoll - tatsächlich eine "Horror-Thriller-Romantik-Komödie", wie es Hauptdarsteller Josef Hader nennt. Die Figur des Brenner und Josef Hader sind zumindest auf der Leinwand so verschmolzen, dass sein Spiel als wunderbar leicht und natürlich rüberkommt. Hader hat wie schon bei den anderen Haas-Verfilmungen mit dem Buchautor Wolf Haas und Regisseur Wolfgang Murnberger das Drehbuch geschrieben und hat sich diesmal relativ weit vom Original entfernt, in dem Brenner die Schwiegertochter erst als Tote im Kühlhaus zu Gesicht bekommt.

Neben Hader ist vor allem Birgit Minichmayr als ländliche Wirtin sowie in ihrer Romanze mit Brenner mehr als glaubwürdig. Und Josef Bierbichler gibt den düsteren und bedrohlichen Wirt Löschenkohl sehr überzeugend. Dazu schaurig-schöne Bilder von Kameramann Peter von Haller und der feine Soundtrack der Sofa Surfers. Fertig ist eine weitere überzeugende Haas-Verfilmung.

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