Der Kärntner spricht Deutsch

Dokumentation/ , A 2006
Die Damen am Sofa sorgen für große Sympathie-Werte

Die Damen am Sofa sorgen für große Sympathie-Werte

In Andrina Mracnikars einfühlsamer Doku "Der Kärntner spricht Deutsch" kommen Kärntner Slowenen zu Wort; solche, die als Widerstandskämpfer den Nazis die Stirn boten, und solche, die zur Wehrmacht gingen.

Mit "Der Kärntner spricht deutsch" nimmt die junge Regisseurin Andrina Mracnikar ein Zitat aus dem Film als Titel ihrer Doku über den slowenischsprachigen Teil der Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland war der Befehl erteilt worden, künftig die Sprache des Deutschen Reiches zu sprechen.

Mracnikar lässt jene Leute zu Wort kommen, die als Partisanen, Widerstandskämpfer, Deportierte oder auch als Mitglied der Wehrmacht Teil der Vergangenheit waren. Dabei entstehen die Bilder über das Gesprochene: es wird viel geredet, lebendig erzählt, vor allem drei alte Damen am Sofa sorgen für große Sympathie-Werte. Mracnikar, die 2002 mit ihrem Kurzfilm "Andri 1924-1944" bei der Viennale vertreten war, hielt Off-Stimme oder Teile aus dem zu Beginn noch gesammelten Archiv-Material für überflüssig - "vor allem, weil die Geschichten so stark sind", so das 1981 geborene Nachwuchstalent im Gespräch mit der APA.

Sie führte "so viele Interviews wie möglich" und schnitt aus rund 40 Stunden Rohmaterial schließlich die einstündige Doku zusammen. Das gesammelte Material werde aber dennoch archiviert, ebenso wie der Film sei dies "wichtig als historisches Dokument". Das Wort "Partisane" sei "in Kärnten immer noch das größte Schimpfwort", so Mracnikar, die selber in Slowenien und Kärnten aufgewachsen ist. "Da sind das gleich die bösen Kommunisten. Dabei haben sich diese Leute nur gewehrt und um ihr Überleben gekämpft."

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