Der Hypnotiseur

Krimi/Drama, S 2012
Düsterer Krimi mit Lena Olin (Bild)

Düsterer Krimi mit Lena Olin (Bild)

Über 20 Jahre hat es gedauert, bis der 66-jährige Starregisseur Lasse Hallström wieder einmal in seiner schwedischen Heimat drehte: "Der Hypnotiseur" stellt nun die Rückkehr zum Genre des Schwedenkrimis dar, Basierend auf dem 2009 erschienenen gleichnamigen Roman von Lars Kepler, dem Pseudonym des Ehepaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril.

In Stockholm werden in einem Haus ein toter verstümmelter Familienvater und dessen ebenfalls ermordete Familie gefunden. Lediglich der Sohn hat überlebt und liegt im Koma. Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) bittet in seiner Not den Hypnotiseur Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) ins Krankenhaus, um dem Opfer die Details der Tat aus seinem Unterbewussten zu entlocken. Durch seinen Einsatz bringt Bark jedoch seine Frau Simone (Lena Olin) und den gemeinsamen Sohn Benjamin (Oscar Pettersson) in Gefahr.

Persbrandts Figur des Hypnotiseur hat wenig Diabolisches, im Gegenteil. Er nimmt Schlaftabletten, ist ausgebrannt, ermattet. Daheim hat er Probleme mit Ehefrau Simone, die ihm einen Seitensprung nicht verzeihen kann. Diese wird als dauerüberspannte Frau von Hallströms Gattin Lena Olin gespielt ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins"), die mit ihrer Figur die für den Zuschauer anstrengend unerträgliche Schwere des Seins auslotet. Den beiden gesellt sich Zilliacus als Ermittler vom Typ einsamer Wolf hinzu.

Dunkel, düster und im fahlen Kunstlicht eines Krankenhauses spielend, erinnert "Der Hypnotiseur" zu Beginn an Lars von Triers legendäre "Geister"-Serie. In den langen, unpersönlichen Gängen des Spitals erzeugen versteckte Kamerawinkel Bedrohung, viele Nahaufnahmen legen den Fokus auf die derangierten Figuren, ein kalter Soundtrack, der an einen Film von David Lynch erinnert, legt einen subtilen Unruhefaktor über die Szenerie. In dieser Phase darf Kameramann Mattias Montero mit ungewöhnlichen Einstellungen punkten, die sich an momentane skandinavische Krimierfolge wie "Die Brücke" oder "Das Verbrechen" anlehnen.

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