Der große Kater

Drama, D/CH 2010
Bruno Ganz als Schweizer Bundespräsident

Bruno Ganz als Schweizer Bundespräsident

Wo hört beim Politiker der Machtmensch auf und wo fängt das Privatleben an? Ein schwieriger Spagat, den Regierende machen müssen. Um die komplizierten Befindlichkeiten eines Spitzenpolitikers dreht sich Wolfgang Panzers neuer Kinofilm "Der große Kater". Im Mittelpunkt steht Bruno Ganz als Schweizer Bundespräsident, genannt Kater, dem die Macht allmählich entgleitet.

Schuld sind nicht zuletzt die Intrigen seines engen Vertrauten Pfiff (Ulrich Tukur). Und auch in seiner Familie steht Kater vor einem Scherbenhaufen. Ein filmisches Drama über die allmähliche Demontage eines Politikers: Mit aller Macht hält er an seinem Amt fest und merkt nicht, wie ihm die Zeit durch die Finger rinnt.

Sehenswert ist der Film vor allem wegen Bruno Ganz. Er spielt einfühlsam und mit feinem Gespür für die leisen Töne; stur und unbelehrbar und gleichzeitig zerbrechlich und verzweifelt. Arglos plant er mit Pfiff und seiner Assistentin Dr. Bässler (Christiane Paul) den Staatsbesuch des spanischen Königspaares in Bern. Dabei will er sich medienwirksam in Szene setzen und die Wähler wieder für sich gewinnen. Doch die Visite droht zum Fiasko zu werden, vor allem als Katers schwerkranker Sohn ins Spiel kommt. Denn es ist das große Geheimnis des Politikers und dessen Frau Marie (Marie Bäumer), dass ihr geliebtes Kind streng abgeschirmt in einer Klinik im Sterben liegt. Und ausgerechnet diese Krebsstation soll die spanische Königin besuchen.

Wolfgang Panzer, der unter anderem bei der ARD-Krimireihe "Tatort" Regie führte, hat den Film nach einer Romanvorlage des Schweizers Thomas Hürlimann inszeniert. Hürlimann kennt sich mit der großen Politik aus, saß sein Vater doch im Schweizer Bundesrat. Über weite Strecken wirkt der Film kühl und fast dokumentarisch - die Kamera als Beobachter. Getragen wird die Geschichte vor allem von der guten Leistung der Hauptdarsteller, darunter auch Edgar Selge und Justus von Dohnanyi.

Der 2010 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Streifen ist unterhaltsam und trotz der unterkühlten Grundstimmung immer wieder auch anrührend. Doch allzu bissig oder satirisch wird der Politikbetrieb nicht durchleuchtet. Dazu ist "Der große Kater" dann doch etwas zu zahm.

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