Der Glanz des Tages

Drama, A 2012
Hochmair und Saabel spielen sich selbst

Hochmair und Saabel spielen sich selbst

Nach "Babooska" (2006) und "La Pivellina" hat das österreichische Regieduo Tizza Covi und Rainer Frimmel mit "Der Glanz des Tages" einen Film über Spiel und Wirklichkeit sowie über Freundschaft und Leben in Szene gesetzt. Der Film wurde unter anderem mit dem Max Ophüls Preis und dem Diagonale Preis ausgezeichnet.

Burgtheaterschauspieler Philipp Hochmair und Zirkusartist Walter Saabel sind die Protagonisten, die als sie selbst zu sehen und im Film wie aus dem Nichts mit einem Verwandtschaftsverhältnis konfrontiert sind. Während Philipp in der Welt des Theaters lebt und mit seinem Kopf ständig in literarischen Höhen schwebt, steht sein Onkel Walter mit beiden Beinen fest am Boden. Der ehemalige Bärenringer und Messerwerfer, der schon in "La Pivellina" zu sehen war, bildet den wirklichkeitsnahen Gegenpol, an dem sich Philipps Wunsch nach Poesie bricht. Die Welt, ein Theater.

Covi und Frimmel zeigen Hochmair auf der Bühne in verschiedensten Rollen und in seinen Wohnungen in Hamburg und Wien. Walter taucht jeweils plötzlich auf, interessiert sich für Philipps Leben, konfrontiert ihn aber gleichzeitig auch mit dem Alltag fernab vom Theater. Etwa mit seinen moldawischen Nachbarn, deren Mutter ohne Einreiseerlaubnis in Moldawien sitzt und deren Kinder ohne Mutter und mit arbeitendem Vater zurechtkommen müssen. Dieser Handlungsstrang führt dann auch zum gewagten Ende, das den Zuschauer recht abrupt wieder aus der gezeigten Welt katapultiert.

Als Vorlage diente ein ungefährer Text, aber die Dialoge wurden spontan und die Narration schließlich im Schnitt entwickelt. Die außergewöhnliche Versuchsanordnung, die Covi und Frimmel aufgestellt haben, hat funktioniert - ein starker österreichischer Wettbewerbsbeitrag in Locarno.

"Wir versuchen, jede Hypothese während der Arbeit zu zerstören", erklärte Covi das Konzept, das für spontane Änderungen und äußere Einflüsse offen ist und einer gewissen Eigendynamik vor der Kamera bedarf. Die Hauptarbeit geschehe dann im Schnitt, während dem es rund ein Jahr dauerte, um die Story zu ermitteln und dem Film eine Form zu geben.

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