Der Geschmack von Rost und Knochen

Drama/Romanze, F/B 2012
Eine berührenden Liebens- und Lebensgeschichte

Eine berührenden Liebens- und Lebensgeschichte

Normalerweise wird die Liebe im Kino als Himmelsmacht verklärt. Dass sie auch höllisch schmerzhaft sein kann, zeigt der französische Erfolgsregisseur Jacques Audiard in seinem neuen Film "Der Geschmack von Rost und Knochen". Er fesselt mit herzergreifender Intensität.

Gegensätze ziehen sich an? Stimmt wohl. Aber dann? Dann kann es verdammt schwierig werden! Wie schwierig, erzählt der französische Spielfilm "Der Geschmack von Rost und Knochen" mit schier unglaublicher, geradezu körperlich spürbarer Wucht. Autor und Regisseur Jacques Audiard knüpft hier mit seiner Lust an emotionsreiches Erzählen effektvoll an den Stil seines Erfolges "Ein Prophet" aus dem Jahr 2009 an.

Diesmal erzählt er die ungewöhnliche Geschichte der sensiblen, gebildeten und gut situierten Killerwahl-Trainerin Stéphanie (Marion Cotillard) und des grobschlächtigen, ungebildeten und nicht gerade vermögenden Gelegenheitsarbeiters und Möchtegern-Kampfsportlers Ali (Matthias Schoenaerts). Ihr Versuch, die sozialen Gegensätze zu überwinden, überrumpelt das Publikum geradezu mit einem Reichtum an Emotionen, wie er im Kino der Gegenwart nur sehr selten zu finden ist.

Die überwältigende Kraft dieser zeitlos schönen Ballade von der Schwierigkeit, das Glück zu halten, rührt auch daraus, dass Stéphanie und Ali durch einen außerordentlichen Schicksalsschlag zueinander finden: die junge Frau erleidet einen Unfall mit tragischen Folgen. Zunächst steht die Frage im Raum, ob die Beiden alle Pein meistern können. Damit nicht genug, gilt es zudem, in der Idylle an der Côte d'Azur handfeste soziale Barrieren zu überwinden.

Regisseur Jacques Audiard und sein Drehbuch-Mitautor Thomas Bidegain haben den Schauspielern reichlich Gelegenheit für nuancierte Charakterbilder geschaffen. Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts gelingen denn auch frappierende Studien von Menschen in physisch und psychisch extremen Situationen. Sie erreichen vor allem in den leisen, verhaltenen Momenten eine atemberaubende Authentizität.

Die Klasse der Inszenierung und des Schauspiels haben eine frappierende Wirkung: Man fühlt sich, als durcheile man die Höhen und Tiefen der Lovestory tatsächlich Seite an Seite mit Stéphanie und Ali. Das Finale ist schockierend und schön zugleich - und entfaltet eine einmalige Kino-Magie. Da dürften sich selbst hartgesottene Naturen ins Taschentuch schnäuzen. Ob vor Schreck oder Wonne, sei nicht verraten. Nur das: Jeder verlässt das Kino wohl mit dem wilden Schlag eines aufgewühlten Herzens.

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