Der Geschmack von Apfelkernen

Drama, D 2013
Iris trifft den Bruder ihrer Jugendfreundin wieder

Iris trifft den Bruder ihrer Jugendfreundin wieder

Mit ihrem Romandebüt "Der Geschmack von Apfelkernen" landete Katharina Hagena 2008 auf Anhieb einen Bestseller. Jetzt kommt die Geschichte über das Erinnern und Vergessen auf die Leinwand. Regisseurin Vivian Naefe ("Die wilden Hühner") setzte das Familiendrama über drei Generationen in poetischen Bildern in Szene.

Es sind das alte Haus und der Apfelgarten von Oma Bertha, die zum Schauplatz der Geschichte über die Frauen der Familie werden. Als Bertha (Hildegard Schmahl) stirbt, erbt ihre Enkelin Iris (Hannah Herzsprung) das alte Haus. Sie kehrt zurück an jenen Ort, an dem sie mit Cousine Rosmarie die Sommerferien verbrachte. Ein Ort, an dem ein Apfelbaum zweimal im Jahr blühte. Wo über Nacht, als Berthas Schwester starb, rote Ribisel weiß wurden und fortan Gelee aus "Konservierten Tränen" lieferten. Und wo Tante Inga (Marie Bäumer) Funken aus ihren Fingern sprühen ließ.

Es ist ein Ort, der schmerzliche Erinnerungen weckt, denn nicht nur Berthas jüngere Schwester starb dort als 16-Jährige, sondern später auch Harriets (Meret Becker) Tochter und Iris' Cousine Rosmarie. Iris trifft bei ihrer Rückkehr Max, den Bruder einer Jugendfreundin, wieder und sie streift durch den verwilderten Garten und das alte Haus. Immer mehr Erinnerungen aus dem Leben der Frauen der Familie werden wach - immer wieder begibt sich der Zuschauer auf Zeitsprünge.

Das Verknüpfen der Zeit- und Erzählebenen gelingt dem Film ohne Probleme, immer mehr Kapitel der Familienchronik schlägt er auf. Vielleicht zu viele - manchmal wäre man lieber weiter zum Kern durchgedrungen. Es geht um Liebe und Tod, Lügen und Intrigen. Und immer mehr nähern sich etwa Iris' Erinnerungen an jene Nacht, in der sie sich schlafend stellte, als ihre Cousine ihr kurz vor ihrem Tod noch etwas sagen wollte. Jene Nacht, die nicht nur Iris verdrängt hat.

Der Apfel ist eines der ältesten literarischen Bilder unserer Kultur - "ein Symbol für Verführung, Liebe, Schönheit, Macht, Erkenntnis, Schuld", sagt Autorin Katharina Hagena. "Und der Kern ist einerseits die Essenz all dessen, andererseits bitter, ungenießbar und geformt wie eine Träne."

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