Der geköpfte Hahn

Drama/ , Ö/D/H/RO 2007
Rumänien im Zweiten Weltkrieg

Rumänien im Zweiten Weltkrieg

"Der Kopf vom Hahn bringt Glück", weiß der 16-jährige Felix Goldschmied und Hauptfigur im Film "Der geköpfte Hahn". Die Verfilmung von Erich Schlattners Roman stellt vier Jugendliche in den Mittelpunkt. Regisseur und Drehbuchautor Radu Gabrea steigt am 23. August 1944 in die Geschichte ein, an dem das mit Hitler sympathisierende Rumänien die Fronten wechselt und sich den Alliierten zuwendet.

"Der geköpfte Hahn" ist der erste Spielfilm über das Schicksal der Siebenbürger Sachsen. Erzählt wird das schwierige Heranwachsen in einer Zeit der historischen Umbrüche. Die Freunde des 16-jährigen Felix Goldschmied treffen sich im Haus seiner Eltern zum Schulschlussfest, es wird allerdings ein Abschied für immer. Das friedliche multikulturelle Zusammenleben findet ein jähes Ende.

Auch Felix und sein engster Freundeskreis bekommen das zu spüren: die Jüdin Gisela wird der Deutschen Schule verwiesen, Hans Adolf, der Sohn des Kaminkehrers und eigentlich Felix bester Freund verrät ihn und Alfa Sigrid, der es immer wieder Freude bereitet, einen Stachel der Eifersucht zwischen die beiden Freunde zu bringen. Wie schon im Roman wird auch in der Verfilmung Wert gelegt auf das Kreieren einer Welt, in der das Leben irgendwie weitergeht - heiter und melancholisch. Es gibt Eifersuchtsdramen und Alltag mit Baden, das durch politische Umbrüche für Juden plötzlich verboten war.

Die Koproduktion wurde von der Film-Linie München, der Wiener epo-film sowie Gabreas Firma "Total TV Bukarest" und dem "Ui Budapest Filmstudio" gedreht. Der Film ist sehr klassisch aufgebaut. Zu Beginn sieht man einen gealterten Felix Goldschmied, der bei einem Treffen der Siebenbürgen über seine Erlebnisse spricht. In einer Nebenrolle ist die Österreicherin Marion Mitterhammer zu sehen. Die Szene geht in eine Rückblende über und kehrt am Ende wieder an den Anfang zurück.

Es ist ein engagierter Film, der aber auch genau so gut nur für das Fernsehen geeignet wäre. Regisseur Radu Gabrea hat sich viel Zeit für seine Figuren genommen, und auch Schriftsteller Erich Schlattner scheint mit der Verfilmung seines Erstlingswerkes aus dem Jahr 1998 zufrieden zu sein: "Aus diesem Roman hätte man acht oder zehn Drehbücher machen können. Radu Gabrea hat mit seiner neuen Dosierung vier junge Menschen herausgefiltert, die die Handlung tragen."

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