Der fantastische Mr. Fox

Abenteuer/Komödie, USA/GB 2009
Mr. Fox ist der genialste Hühnerdieb der Gegend

Mr. Fox ist der genialste Hühnerdieb der Gegend

Wes Andersons erster Animationsfilm. Mr. Fox steckt in der Zwickmühle: Einerseits hat er sich einem ruhigen Leben in ländlicher Idylle verschrieben. Andererseits hat er das wilde Tier in sich schon zu lange unterdrückt. Er ist aber nichts anderes: ein Fuchs, und dazu noch der genialste Hühnerdieb der Gegend.

Dem ruchlosen Leben hat er seiner Frau zuliebe bei der Geburt seines Sohnes Ash zwölf Jahre zuvor abgeschworen. Als die Familie jedoch in die direkte Nachbarschaft zu den drei fiesen Geflügelzüchtern Boggis, Bunce und Bean zieht, ist die Versuchung für Mr. Fox (im englischen Original übrigens von George Clooney gesprochen) zu groß. Er plant einen letzten Coup.

Der achten Regiearbeit Andersons liegt das gleichnamige Kinderbuch des norwegisch-walisischen Autors Roald Dahl zugrunde. "Mir gefiel Mr. Fox, seine irgendwie heldenhafte, etwas selbstverliebte Art", sagt der 41-Jährige laut Presseheft über die Vorlage. Darauf aufbauend hat er zusammen mit Co-Autor Noah Baumbach, mit dem er schon bei "Die Tiefseetaucher" zusammenarbeitete, in Dahls Haus das Drehbuch geschrieben. Dafür erhielt das Duo einen "Annie Award". Eine Oscar-Nominierung gab es in der Kategorie "Bester Animationsfilm".

Mr. Fox arbeitet als Zeitungskolumnist. Mit seiner Frau, dem gemeinsamen Sprössling Ash und Neffe Kristofferson lebt er in einem mondänen Baumhaus. Gefangen im Spannungsverhältnis zwischen seiner kultivierten Lebensart und seinem wilden Naturell - nach der Zeitungslektüre verschlingt er das Frühstück - bricht er immer öfter aus. Nachts stiehlt er sich davon und erleichtert die Bauern um ihre Hühner, Truthähne und ihren Apfelwein. Die lassen sich das nicht lange gefallen und versuchen, dem listigen Tier Herr zu werden. Als das nicht gelingt, fahren sie schweres Geschütz gegen Fox, dessen Familie und tierische Nachbarschaft auf. Den Tieren bleibt nur eine Chance: gemeinsam dem waghalsigen Plan des Fuchses zu folgen.

Bei der Verfilmung der Geschichte, die aus dem Jahr 1970 stammt, bediente sich Anderson der aufwendigen Stop-Motion-Technik. Dabei werden die handgefertigten Puppen in kleinsten Schritten bewegt und Bild für Bild gefilmt. Die einzelnen Szenen werden dann nacheinander, wie bei einem Daumenkino, abgespielt. Das Ergebnis wirkt angesichts solch fotorealistischer Computeranimationen wie aus den Häusern Pixar und Dreamworks geradezu rustikal. Es verleiht dem Film aber einen besonderen Charme.

Hat Anderson hinsichtlich der Machart Neuland betreten, seinem Stil ist er treugeblieben. Wie schon in seinen verschrobenen Komödien "Die Royal Tenenbaums" oder "Die Tiefseetaucher" ist sein neuestes Werk gespickt mit geschliffenen Dialogen und voller schwarzem Humor und Ironie. Sein Leitmotiv, das Sezieren schrulliger Familien samt ihrer kauzigen Charaktere setzt sich auch in "Der fantastische Mr. Fox" fort. Der alternde Mr. Fox begibt sich auf die Sinnsuche. Außerdem projiziert er seine Hoffnungen auf das vermeintliche Wunderkind Kristofferson; sehr zum Leidwesen seines Sohnes, der aufsässig und verzweifelt um die Aufmerksamkeit der übergroßen Vaterfigur ringt.

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