Der Exorzismus der Emily Rose

Drama/Horror, USA 2005
Nach einer wahren Begebenheit in Deutschland

Nach einer wahren Begebenheit in Deutschland

Wer erinnert sich noch an die beispiellose Tragödie der Studentin Anneliese Michel aus dem fränkischen Städtchen Klingenberg im Jahr 1976? Bevor jedoch der deutsche Film dazu ("Requiem" von Hans Christian Schmid) auf die Leinwände kommt, landete Hollywood mit "Der Exorzismus der Emily Rose" einen Überraschungshit.

Gezeigt wird die Leidensgeschichte einer jungen Frau, die sich eines Tages von einem lebensfrohen, glaubensfesten Teenager in einen hoffnungslosen Fall für die Psychiatrie verwandelt, weil unbekannte Kräfte von ihrer Seele Besitz ergreifen. Was auch immer die Ärzte tun und verschreiben, es hilft ihrem erbarmungswürdigen Zustand nicht ab. Innere Höllenqualen treiben Emily Rose um, für die es keine rationale Erklärung zu geben scheint. Die amerikanische Anthropologin Felicitas D. Goodman hat darüber ein Buch mit dem Titel "Anneliese Michel und ihre Dämonen" geschrieben.

Im Film wie in der einstigen Realität greift nun ein katholischer Priester ein, auf Wunsch des armen Mädchens und im Einklang mit dem zuständigen Bischof und den kanonischen Bestimmungen. Pater Richard Moore versucht Emily den Teufel aus dem Leib zu treiben, doch auch er scheitert, und die junge Frau stirbt einen leidvollen Tod. Der Pater wird vor Gericht gestellt, doch dort erklärt er: "Dies ist Gottes Angelegenheit. Kein weltliches Gericht ist hierfür jemals wirklich zuständig." Natürlich ist die Gerichtsverhandlung das Glanzstück dieses spannenden, unter die Haut gehenden Films.

Hauptfigur des Films ist allerdings weder die arme Emily noch der Pater, sondern die überaus ehrgeizige Strafverteidigerin Erin Bruner, gespielt von Laura Linney, die ihre Liste beeindruckender Rollen im amerikanischen Film um ein weiteres Glanzlicht bereichert. Linney zeigt diese Frau als Juristin, die einen Fall annimmt, um sich beruflich zu profilieren. Doch die Konfrontation mit all den außergewöhnlichen Begleitumständen der Tragödie um Emily Rose bringt die spröde, rational denkende Erin Bruner ins Grübeln, ja verunsichert sie zutiefst.

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