Der Diktator

Komödie, USA 2012
Sacha Baron Cohen lässt nichts aus

Sacha Baron Cohen lässt nichts aus

Sacha Baron Cohen steht für wilde Verkleidungen und herben Humor. Sein neuer Film hat jede Menge Witz, der Islamisten, Diktatoren, aber auch den Westen trifft. "Der Diktator" geht an die Grenzen des guten Geschmacks - und manchmal weit darüber hinaus.

Eigentlich ist General-Admiral Alladeen ja ein Netter. Er baut zwar Atombomben, verhängt ständig Todesurteile und will Israel ausradieren - aber doch auf eine sehr liebenswerte Art. Wie das geht, zeigt Sacha Baron Cohen in seinem neuen Film "Der Diktator". Es ist die Geschichte eines durchgeknallten Potentaten, die Diktatoren, fanatische Moslems und Menschenrechtsverletzer karikiert. Aber auch der Westen bekommt sein Fett weg.

Im Gegensatz zu Baron Cohens vorherigen Erfolgen "Borat" und "Brüno" haben die Zuschauer jetzt einen klaren Vorteil: Sie wissen, was nach Drehbuch abläuft - nämlich alles. "Der Diktator" ist keine sogenannte Mockumentary, sondern ein ganz normaler Kinofilm. General-Admiral Aladeen ist dabei eine Kunstfigur mit Gaddafis Leibwächterinnen, Kim Jong Ils Frisur und Osama bin Ladens Bart. Die weiße Operettenuniform (an der übrigens einige DDR-Orden klimpern), das Streben nach der Atombombe und der Judenhass passen gleich auf eine ganze Reihe arabischer Potentaten.

Die Geschichte ist rasch erzählt: Aladeen ist ein Diktator, der sein Volk "liebevoll unterdrückt, um es nicht der Demokratie aussetzen zu müssen" (Pressetext). Bei einem Besuch bei den Vereinten Nationen wechselt sein machtsüchtiger Onkel, gespielt von Oscar-Preisträger Ben Kingsley, ihn mit einem Doppelgänger aus, um die Ölreserven des Landes an die Chinesen und westliche Konzerne verhökern zu können. Die 85 Minuten des Filmes drehen sich darum, wie der Diktator wieder Diktator werden will.

Das tut er auf höchst amüsante Weise. Der Film lebt von dem Witz, das übliche Werteschema umzudrehen: Unterdrückung, Todesurteile, Hass gegen Juden - das sind in den Augen des Diktators höchst erstrebenswerte und ganz normale Werte. Entsprechend empört reagiert er, als eine Frau ihn einen "sehr netten Mann" nennt. Die Demokratie schmäht er, weil jeder die gleichen Rechte habe - "egal wie schwarz, verkrüppelt oder weiblich er ist".

"Der Diktator" lässt nichts aus - im Guten wie im Schlechten. Als seine Freundin ihm freudestrahlend sagt, dass sie schwanger sei, entgegnet er begeistert: "Was werden wir haben? Einen Jungen oder eine Abtreibung?" Das mögen einige als schlechten Geschmack bezeichnen. Tatsache ist aber, dass tatsächlich in einigen Kulturen die Geschlechtsbestimmungen bei Embryos vor allem dazu dienen, unerwünschte Ergebnisse auszusondern.

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