Der Baader Meinhof Komplex

Drama/Krimi, D 2008
Die Entführung von Hanns Martin Schleyer

Die Entführung von Hanns Martin Schleyer

"Der Baader Meinhof Komplex" von Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel ist ein packendes Polit-Drama über die Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF). Der Film überzeugt vor allem mit hervorragenden Schauspielern: Moritz Bleibtreu als jähzorniger Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof, Bruno Ganz als Terroristenjäger Horst Herold und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin.

Authentizität sei dem Regisseur wichtig gewesen - ohne Nostalgie-Gefühle, sagte Uli Edel in einem Interview. Dies ist ihm gelungen, sind die Taten der Terroristen doch zu grausam, um viel Raum für Sympathie oder einen Revolutionsmythos zu lassen. 150 Minuten lang hält der Film die Zuschauer in einer bedrückenden Atmosphäre gefangen. Erschreckend sind die Kühle und die Selbstverständlichkeit, mit der die Terroristen "Bullen- und Justizschweine" und andere verhasste Gegner aus dem Weg räumen.

Wer sich mit den Hintergründen der RAF wenig auskennt, dürfte allerdings vieles nicht verstehen. Es beginnt in der aufgeheizten Stimmung im Juni 1967, als der Schah von Persien Berlin besucht und der Student Benno Ohnesorg bei einer Demonstration erschossen wird. Dann Brandstiftungen, Bomben, Mordanschläge und das Abtauchen der RAF-Mitglieder in den Untergrund. Während die erste Terroristen-Generation im Gefängnis sitzt, arbeiten die Nachfolger fieberhaft an ihrer Befreiung, der "Big Raushole". Dabei scheuen sie vor nichts zurück, so dass sogar Baader verzweifelt. Den Schlusspunkt setzen 1977 die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut, der Selbstmord von Baader und den anderen und schließlich die Ermordung von Hanns Martin Schleyer.

Über die Motive der Terroristen, die psychologischen Prozesse, schweigt der Film die meiste Zeit und überlässt es dem Zuschauer, sich sein eigenes Bild zu machen. "Der Baader Meinhof Komplex" lässt einen nicht aus seinem Bann. Zwischendurch prasseln immer wieder alte Originalaufnahmen aus Film und Fernsehen fast salvenartig auf die Zuschauer ein. Am Ende hat man das Gefühl, als wäre eine ungeheure Welle an Wut, Verzweiflung und schierer Gewalt über einen hinweggerollt.

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