Deine Schönheit ist nichts wert

Drama, A 2012
Veysel droht die Abschiebung

Veysel droht die Abschiebung

Von den alltäglichen Problemen einer Flüchtlingsfamilie in Wien und der ersten großen Liebe eines Zwölfjährigen erzählt Hüseyin Tabak in seinem Spielfilmdebüt "Deine Schönheit ist nichts wert". Fast ausschließlich in türkischer Sprache gedreht, wurde Tabaks Abschlussfilm der Filmakademie Wien bereits mit sechs türkischen Filmpreisen ausgezeichnet.

Veysel ist in der Zwickmühle: Vor wenigen Monaten mit seiner Familie aus der Türkei nach Wien geflüchtet, muss der Zwölfjährige, der halb Kurde, halb Türke ist, nun in der Schule ein deutsches Gedicht vor der Klasse vortragen. Das ist die Chance, seine große Liebe Ana zu beeindrucken - doch Veysel spricht kein Wort Deutsch. Auch zuhause wird er von Konflikten förmlich erdrückt: Nachdem sein Vater als kurdischer Freiheitskämpfer Jahre in den türkischen Bergen verbracht und dafür seine Familie vernachlässigt hat, läuft der ältere Bruder Mazlum weg und hinterlässt verzweifelte Eltern.

Zuflucht findet Veysel bei seinem türkischen Macho-Nachbarn Cem, der ihm hilft, sein Lieblingsgedicht "Deine Schönheit ist nichts wert" des türkischen Dichters Asik Veysel ins Deutsche zu übersetzen. Als Mazlum verhaftet wird und der Familie die Abschiebung droht, droht Veysels fragile Welt endgültig auseinanderzubrechen.

Die Schwierigkeit, in ein neues Land zu kommen und die Sprache nicht zu können, wählte Regisseur Hüseyin Tabak als Ausgangspunkt für sein Spielfilmdebüt, an dem mehr als 60 Studierende der Wiener Filmakademie mitgearbeitet haben. Nach der Doku "Kick Off" und noch vor seinem Kinderfilm "Das Pferd auf dem Balkon" gedreht, wollte der Deutsch-Kurde aber "weder einen Flüchtlings- noch einen Immigrationsfilm" machen. Stattdessen erzählt er die Asylproblematik und die starke Verbindung zur eigenen Sprache und Kultur aus der Sicht eines Kindes. "Aus der Perspektive einer anderen Figur wäre es ein ganz anderer Film geworden", so Tabak bei der österreichischen Erstaufführung bei der diesjährigen Diagonale. "Nur ein Kind ist wirklich ehrlich, erzählt in reiner Art und Weise und sieht das Wesentliche."

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