Das Schmuckstück

Komödie, F 2010
Hilfe bekommt Suzanne vom Gewerkschafter

Hilfe bekommt Suzanne vom Gewerkschafter

Mit seinem neuesten Film "Das Schmuckstück" ist François Ozon ("8 Frauen", "Swimming Pool") ein kleines Juwel gelungen: Eine leichtfüßige und unterhaltsame Komödie, die gleichzeitig eine Hommage an Frankreichs Grande Dame Catherine Deneuve ist. Als literarische Vorlage diente das Bühnenstück "Potiche" (1980) von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy.

Suzanne Pujol (Deneuve) führt ein Luxusleben: Sie kümmert sich um das Haus, joggt durch den Wald und schreibt Gedichte. Ein unspektakuläres und gewissermaßen stiefmütterliches Dasein, denn ihre Kinder sind groß und ihr Macho-Mann Robert ist mit der Leitung seiner Regenschirmfabrik und seiner Sekretärin beschäftigt. Dass zu dieser Zeit, den späten 1970er Jahren, ein Geschlechterkampf tobt, bekommt niemand so richtig mit. Als Robert einige Zeit wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus muss, ändert sich ihr Leben als Anhängsel und schlichtes "Schmuckstück" schlagartig: Suzanne muss die Geschäfte übernehmen und aus ihrem Schattendasein treten. Dabei zeigt sie, dass sie mehr Unternehmergeist besitzt als ihr Man. Hilfe bekommt sie vom gewichtigen Gewerkschafter Maurice (Gérard Depardieu).

Der Film ist kein klassischer Emanzipationsfilm, der die Geschichte einer Frau erzählt, die ihre Rolle der biederen Hausfrau gegen die einer erfolgreichen Powerfrau eintauscht. Ozon hat aus dem gleichnamigen Bühnenstück hingegen eine herrliche Komödie gezaubert, die er im Frankreich der 1970er Jahre spielen lässt. Dass Ozon die Geschichte rund 30 Jahre zurückversetzt, verleiht dem Film seinen unterhaltsamen und leichtfüßigen Charakter und vermeidet, dass er zu einem reinen Politikum über die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Politik wird - ein Thema, das nicht nur damals aktuell war. "Die Frauen sind zwar heutzutage stärker in der Politik und in den Chefetagen vertreten, aber viele Dinge und Ansichten haben sich in den letzen dreißig Jahren nicht geändert", erklärte Ozon in einem Interview.

Aber Ozon wäre nicht Ozon, wenn er die Geschichte nicht teilweise ins Absurde und Kitschige geführt hätte, immer an der richtigen Stelle und so dosiert, dass keiner der Protagonisten lächerlich wirkt. Wie bei "8 Frauen" entpuppt sich auch "Das Schmuckstück" als eine unerwartete Geschichte menschlicher Beziehungen und Verflechtungen. Der Regisseur hat seinen Film auf Catherine Deneuve zugeschnitten und ihr so gewissermaßen eine Hommage erwiesen. Die Filmdiva glänzt in ihrer Rolle, wie auch die anderen Schauspieler, unter anderem Fabrice Luchini, der den unbeugsamen Patriarchen spielt.

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