Das Salz der Erde

Dokumentation, F 2014
Auf den Spuren von Fotograf Sebastiao Salgado

Auf den Spuren von Fotograf Sebastiao Salgado

Stillstand ist nichts für Wim Wenders. Der deutsche Regisseur probiert immer wieder Neues aus, feierte nicht nur mit Spielfilmen wie "Der Himmel über Berlin", sondern auch mit Dokumentationen wie "Buena Vista Social Club" und "Pina" große Erfolge. Nun folgt mit "Das Salz der Erde", einer bildgewaltigen Würdigung des brasilianischen Ausnahme-Fotografen Sebastiao Salgado, erneut eine Doku.

Im Zentrum stehen bedrückende und zugleich atemberaubende Fotos aus Krisen- und Kriegsgebieten, von Flüchtlingen und unter schwersten Bedingungen arbeitenden Menschen, aber auch imposante Naturaufnahmen. Es sind Bilder des international renommierten Saldago, eines Rastlosen, eines Abenteurers und Unerschrockenen, der sich in den vergangenen Jahrzehnten mit großen Projekten wie etwa "Exodus" über Völkervertreibungen und Verfolgungen einen Namen gemacht hat.

Auf der großen Kinoleinwald entfalten seine schwarz-weißen Bilder eine enorme Wucht, wirken trotz ihrer teils extremen Motive oft majestätisch. Wenders, der "Das Salz der Erde" zusammen mit Salgados Sohn Juliano drehte, zeigt aber nicht nur die Fotos, sondern lässt den 70-jährigen Fotografen auch von den Menschen erzählen, die da zu sehen sind: Goldgräber in Südamerika zum Beispiel, die ihre schwere Last über dünne Holzleitern schleppen. Mit Öl verschmierte Feuerwehrmänner an den brennenden Ölfeldern Kuwaits. Verzweifelte Flüchtlinge in Ruanda. Bis aufs Skelett abgemagerte Kinder in der Sahelzone.

Die Regisseure verzichten in "Das Salz der Erde" auf Interviews mit Wegbegleitern oder Experten. Stattdessen dreht sich bei ihnen alles um Salgado, dessen Fotos, Erlebnisse und Erinnerungen. Außerdem verharrt die Kamera dabei immer wieder länger auf den Bildern, sucht sie nach verschiedenen Details ab - die Zuschauer haben so Zeit, die einzelnen Fotos auf sich wirken zu lassen. 

Vor allem aber werden sie mitgenommen zu den verschiedensten Krisengebieten der vergangenen Jahrzehnte, erkennen in den Gesichtern der Porträtierten die Schrecken von Vertreibungen und Genozid. Angesichts der vielen aktuellen Kriege bekommen diese Bilder eine erschreckend universelle Gültigkeit, verdeutlichen sie doch das Elend, das mit diesen Krisen einhergeht. Doch es gibt auch seltene und spannende Einblicke in weit entfernte Winkel der Erde - etwa ins Leben von Ureinwohnern in einem asiatischen Dschungel oder von Nomaden im eisigen Sibirien.

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