Das Rotkäppchen-Ultimatum

USA 2011
Dieses Rotkäppchen kann auch Karate

Dieses Rotkäppchen kann auch Karate

Wenn Rotkäppchen, der große böse Wolf und ein hyperaktives Eichhörnchen im Team arbeiten müssen, scheint sich etwas mächtig im Märchenwald zusammengebraut zu haben. So wie bei "Das Rotkäppchen-Ultimatum".

So hatten sich das die Gebrüder Grimm wohl nicht gedacht: Ein mit den Künsten des Karate vertrautes Rotkäppchen, ein Wolf, der gar nicht so groß und böse ist und eine Snowboard-affine Großmutter. "Die Rotkäppchen-Verschwörung" brach mit vielen Märchenkonventionen und schöpfte genau daraus seinen Unterhaltungswert. Sechs Jahre später bringt Mike Disa nun einen Nachfolger auf die Leinwand.

Während sich Rotkäppchen gerade in der Kampfausbildung befindet, machen sich ihre Großmutter und der Wolf daran, Hänsel und Gretel vor der bösen Hexe zu retten. Doch etwas geht schief und die alte Dame gerät ebenfalls in die Gefangenschaft der magisch begabten Unholdin. Mit der Unterstützung der "Happily Ever After-Agency" muss sich nun die rotbetuchte Heldin daran machen, nicht nur die Verwandtschaft zu befreien, sondern bald schon die ganze Welt zu retten.

Mike Disa zeigt sich für den Animationsfilm verantwortlich und hat dafür namhafte Synchronsprecher an Bord geholt: Großmutter bekommt im Original von Glenn Close ("Gefährliche Liebschaften") die Stimme geliehen, Hayden Panettiere ("Heroes") spricht Rotkäppchen. Mit Heidi Klum findet sich sogar deutsche Prominenz im Kader der Original-Sprecher. In der deutschen Synchronisation sind dagegen die Stimmen von Cathlen Gawlich und Ronald Nitschke zu hören.

"Das Rotkäppchen-Ultimatum" wartet mit einiger Detailversessenheit auf, was sich nicht nur in den vielen Märchenbezügen zeigt, sondern auch in der Fülle der Zitate auf das Filmgenre. Charmant werden altbekannte Figuren neu gedeutet und bekommen dadurch ganz neue Ebenen. Der trickreiche, wie auch sensible Wolf ist nicht minder unterhaltsam, wie die bayrisch tönenden Hänsel und Gretel, dessen Rollen eine dramatische Wendung nehmen sollen. Die Animationen sind im Vergleich zum Erstling deutlich ausgefeilter, ohne dabei an das Niveau großer Genreverwandter zu erreichen.

Aber auch sonst muss das Werk hinter übermächtiger Konkurrenz wie "Shrek" zurückstecken. An eine solche Witzfülle reicht der Film nicht heran und anstatt eines herzhaften Lachens bleibt es häufig nur bei einem Schmunzeln. Mit dem Regisseurwechsel wurde auch die eher experimentelle Erzählweise des ersten Teils weitestgehend über den Haufen geworfen und durch eine klassische Dramaturgie ersetzt. Nichtsdestotrotz bleibt "Das Rotkäppchen-Ultimatum" eine sympathische Alternative zu den Werken der zwei Platzhirschen Pixar und Dreamworks und ein Tipp für alle Märchenliebhaber.

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