Das Märchen der Märchen

Fantasy, I/F/GB 2015

Salma Hayek mimt darin eine Königin mit fragwürdigen Plänen

Bisher kannte man Matteo Garrone durch sein naturalistisches Mafiadrama "Gomorrha". Mit "Das Märchen der Märchen" legt der italienische Regisseur, der als Maler begonnen hatte, nun jedoch ein verspielt-opulentes Werk barocker Anmutung vor - basierend auf Giambattista Basiles "Pentamerone" aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. NUn kommt das erratische Märchen in die Kinos.

Drei kryptische Erzählstränge mit keineswegs platter Moral sind darin kunstvoll ineinander verwoben. Für seinen ersten auf Englisch gedrehten Film hat Garrone einen prominenten internationalen Cast gewonnen. So spielt etwa Salma Hayek eine Königin, die für ihren Kinderwunsch bereit ist, das Leben ihres Mannes (John C. Reilly) aufs Spiel zu setzen und ihn in einen Kampf mit einem Seeungeheuer schickt, den er verliert. Sie wird dafür mit einem Sohn gesegnet, der eine Pigmentstörung und einen eineiigen Zwilling hat, der von einer Magd geboren wurde.

Ein anderer lüsterner Herrscher, gespielt von Vincent Cassel, erliegt der Stimme einer Untertanin - ohne zu ahnen, dass diese bereits eine alte Frau ist, was diese mit allen Mitteln kaschieren möchte. Und schließlich vergibt ein dritter König (Toby Jones) seine einzige Tochter leichtfertig an einen Waldriesen, nachdem sein hundgroßer Floh gestorben ist. Die Prinzessin weiß sich allerdings zu wehren.

Garrone gelingt mit seinem visuellen Meisterwerk die Gratwanderung zwischen mächtiger Märchenkulisse samt dunklen Elementen und satirischen Bezügen zur Gegenwart. Wirklich beeindruckend bleibt "Il racconto dei racconti", so der Originaltitel, allerdings aufgrund seiner Bildgewalt.

So setzen der Regisseur und sein Kameramann Peter Suschitzky auf wiederholte Zentralperspektiven abstrakter Architektur, eine donnernde Farbstilisierung auf höchstem Niveau und eine überbordende Ausstattung. Nicht das schnelle, augentäuschende Actionspektakel, das mit Geschwindigkeit das Gehirn zu beeindrucken sucht, sondern die ruhige, ästhetische Bildkomposition steht hier im Fokus. Ein Märchen für Kinder ist "Das Märchen der Märchen" auch damit definitiv nicht.

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