Das Leben ist zu lang

Komödie/Drama, A 2010
Nichts haut hin im Leben von Alfi Seliger

Nichts haut hin im Leben von Alfi Seliger

Eine kreative Blockade, Probleme mit den Eltern, der Tochter, weil pubertierend und den Frauen an sich. Allesamt Probleme des jüdischen Regisseurs Alfi Seliger (Markus Hering) und Hauptfigur des neuen Films von Dani Levy ("Mein Führer", "Alles auf Zucker"). Am 3. September läuft die Tragikkomödie mit dem ironischen Titel "Das Leben ist zu lang" regulär in Österreichs Kinos an.

Was also zu viel ist, ist schließlich zu viel: Alfi ergibt sich der Krise und unternimmt einen Selbstmordversuch. Er überlebt. Aber er ist sich nicht ganz sicher, ob das Leben, das er jetzt vorfindet, wirklich noch das alte ist. Irgendetwas kommt ihm seltsam vor. Mit großem Staraufgebot der deutschen Film- und Fernsehwelt erzählt Dani Levy aus einem sehr persönlichen Blickwinkel die Geschichte eines Filmemachers zwischen Sein und Schein.

Alfi Seliger hatte einen Filmhit, weitere lassen ebenso auf sich warten, wie das familiäre Glück. Alfi ist eben der geborene Versager und ein liebenswerter Loser, der seit Jahren keinen Film mehr zustande gebracht hat und von niemandem, nicht einmal seinen eigenen Kindern ernst genommen wird. Levys Protagonist ist ein bemitleidenswerter Wurm, der in den Mühlen des Filmgeschäfts fast untergeht. Und das zeichnet Dani Levy mit Genauigkeit auf: arrogante Produzenten, hochnäsige Schauspieler, dämliche Drehbuchschreiber, die aus einer Filmidee eine Mini-Serie für RTL machen wollen, und zu guter Letzt eine nervige Mutter, einst berühmte Aktrice (Elke Sommer).

Was als leichte Komödie beginnt, wandelt sich in eine Melange aus peinvoller Paranoia und buntem Panoptikum über einen Menschen zwischen irrationalen Idealen und rationalem Versuch zum Pragmatismus. Markus Hering entpuppt sich als komödiantisches und tragisches Talent, schart um sich herum das "Who's Who" des deutschen Films von Meret Becker und Veronica Ferres bis hin zu Heino Ferch und Justus von Dohnanyi. Um dem Publikum noch näher zu sein, lässt Dani Levy seinen Hauptdarsteller auch direkt mit dem Publikum kommunizieren.

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