Das Leben ist nichts für Feiglinge

Drama, D 2012
Ein Todesfall stellt die Familie auf den Prüfstand

Ein Todesfall stellt die Familie auf den Prüfstand

Tod, Schuld, Liebe und Familie - Andre Erkau widmet sich in seiner Romanverfilmung "Das Leben ist nichts für Feiglinge" den entscheidenden Themen des Lebens. Darin nähert er sich einer kleinen Familie und ihrem Umgang mit Trauer.

Dass das Leben kein Ponyhof ist, muss der Mensch früher oder später, mehr oder weniger schmerzhaft erkennen. Für Markus (Wotan Wilke Möhring) kann das Leben nach dem Tod seiner Frau nicht so weiter gehen wie bisher. Das weiß er, und doch versucht er sich in Normalität. Da ertönt plötzlich die Stimme seiner Frau auf dem Anrufbeantworter, oder die Frau im Reisebüro will partout nicht verstehen, warum Markus die geplante Kreuzfahrt wieder absagen möchte. Vor lauter Verzweiflung lässt er die Reise schließlich auf zwei Obdachlose überschreiben, denen er nach Festen die Reste seines Catering-Unternehmens bringt. Absurditäten des Lebens.

Gothik-Girl Kim (Neuentdeckung Helen Woigk) hingegen verkriecht sich in ihrem Zimmer, ihrer Musik und ihren SMS, die sie an ihre Mutter schreibt. Denn das letzte, was sie zu ihr gesagt hat, war "Du alte Hexe". Tragik des Lebens und eines plötzlichen Todes, vor dem man sich eben nicht verabschieden und die Dinge ins Reine bringen kann. Und dann ist da noch Markus' Mutter Gerlinde (Christine Schorn), die Sohn und Enkelin eröffnet, dass sie sich auf eine längere Reise begeben will. Doch statt Neuschwanenstein ist eine Krebsklinik für ihre Chemotherapie das Ziel. Schicksalsschläge des Lebens.

Irgendwann taucht noch die Schauspielerin und Pflegerin Paula (Rosalie Thomass) auf, die Gerlinde unterstützt. Nach anfänglicher Skepsis werden die beiden doch sehr ähnlichen und lebenslustigen Frauen Freundinnen. Paula wählt unkonventionelle Mittel, um Gerlinde ihr Leid zu ertragen lassen. Mal sind es Haschkekse, mal der Tipp der angehenden Schauspielerin, mit dem Krebs zu sprechen. Vor allem geht Paula zu Markus, um ihm von der Krankheit der Mutter zu erzählen.

Da allerdings ist Kim schon mit ihrem neuen Schwarm Alex nach Dänemark ausgerissen, dem Ort, mit dem sie die schönsten Erinnerungen an ihre Kindheit und ihre Mutter verbindet. Also machen sich Paula, Gerlinde und Markus auf die Suche nach der Ausreißerin und der Film gerät zu einem etwas klamaukigen Roadmovie mit wilden Verfolgungsjagden durch Ferienhaus- und Campingsiedlung.

Aber vielleicht ist das gerade der Ausdruck der Sprachlosigkeit und des unterschiedlichen Umgangs mit Trauer. Nicht immer bedarf es intensiver Auseinandersetzung. Manchmal reicht es, wenn die Menschen sich wieder finden, damit das Leben wieder erträglich wird. Ein Trip nach Dänemark gerät dann eben doch zu Ferien auf dem Ponyhof.

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