Das Leben der Anderen

Drama/ , D 2006
Sebasttian Koch wird belauscht

Sebasttian Koch wird belauscht

Die DDR, das war nicht nur das Land der Trabis, Spreewaldgurken und Ampelmännchen. "Das Leben der Anderen" zeigt den Überwachungsstaat in der DDR. Die Geschichte eines Stasi-Offiziers, der wenige Jahre vor dem Mauerfall in die Intimsphäre der von ihm überwachten Künstler eindringt.

Nach eher humorigen Filmen wie "Sonnenallee", "Good Bye, Lenin!" und "NVA" scheint die "Ostalgie"-Welle im deutschen Film vorbei zu sein - Regie-Debütant Florian Henckel von Donnersmarck ist dabei noch mutiger als Dominik Graf mit "Der Rote Kakadu", was zu einem Preisregen beim Deutschen Filmpreis 2006 führte.

Hauptfigur ist Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) ein linientreuer, anfangs skrupelloser Stasi-Hauptmann, der sich als "Schild und Schwert" der Partei sieht. Der Film zeigt, wie sich dieser Mensch durch seinen Bespitzelungsauftrag verändert. Die misstrauisch beäugten Künstler sind ein Liebespaar: der Dramatiker Georg Dreyman und die Bühnengröße Christa-Maria Sieland (überzeugend: Sebastian Koch und Martina Gedeck). Die Figuren sind erfunden, erinnern aber natürlich an die unter anderem von Wolf Biermann geschilderte DDR-Künstlerwelt. Mitsamt den absurden Details aus den Stasi-Akten: Hauptmann Wiesler belauscht in einer Szene eine Geburtstagsparty und hört, wie das Paar Geschenke auspackt. "Danach vermutlich Geschlechtsverkehr", notiert er in seiner Überwachungszentrale auf dem Dachboden.

Oberstleutnant Anton Grubitz, den Ulrich Tukur als archetypischen Karrieristen spielt, hat Wiesler mit der Mission beauftragt, weil damit einem ZK-Mitglied der Liebesrivale Dreyman aus dem Weg geräumt werden soll. Dabei dringt Wiesler nicht nur in das "Leben der Anderen" ein, sondern muss auch entscheiden, ob er den Dramatiker verrät, der einen DDR-kritischen Artikel über die Selbstmordrate im SED-Staat im "Spiegel" veröffentlichen will. Ist "HGW XX/7", so kürzelt sich Wiesler in seinen Protokollen, tatsächlich ein "guter Mensch", wie es ein Klavierstück anklingen lässt? Ein versöhnliches Happy End gibt es jedenfalls nicht.

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