Das Glück der großen Dinge

Drama, USA 2012
Wenn zwei sich streiten, leidet das Kind

Wenn zwei sich streiten, leidet das Kind

Ehe- und Scheidungskrisen werden im Kino gerne als handfester Rosenkrieg inszeniert, der in Hollywood-Dramen effektvoll mit wortgewaltigen Plädoyers im Gerichtssaal ausgetragen wird. Wie "Das Glück der großen Dinge" nun aber zeigt, reichen mitunter auch wenige Worte, um zu offenbaren, dass eine Beziehung einem regelrechten Scherbenhaufen gleicht.

Die entnervte New Yorker Rocksängerin Susanna (Julianne Moore) braucht nicht lange, um ihrem Ehemann Beale (Steve Coogan) zu vermitteln, dass sie seine ewige Kritik und Nörgelei satt hat. Kurzerhand wirft sie ihren Gatten am späten Abend aus ihrem Appartement und tauscht konsequent die Türschlösser aus. Das fürsorgliche Kindermädchen Margo (Joanna Vanderham) nimmt die kleine Tochter bei dem Streit aus der Schusslinie und lenkt sie geschickt ab. Dabei gerät sie selbst zwischen die Fronten.

Mit dem klassischen Streit um das Sorgerecht beginnt ein heftiges Tauziehen um das sechsjährige Mädchen, dessen Gefühle und Bedürfnisse von den Eltern gar nicht mehr wahrgenommen werden. Die freakige Sängerin und der eitle Kunsthändler sind so stark mit ihrer Karriere beschäftigt, dass die Kleine nur noch wie ein Ping-Pong-Ball zwischen ihnen hin- und her geworfen wird. Mit geduldiger Gelassenheit zieht das kleine Mädchen für ein paar Tage zum Vater, um kurz darauf wieder zur Mutter umzusiedeln, die inzwischen mit einen jüngerem Barkeeper (Alexander Skarsgard) liiert ist.

Die Vorlage zu diesem emotionsgeladenen Eltern-Kind-Drama lieferte der amerikanische Schriftsteller Henry James 1897 mit seinem Roman "What Maisie Knew", den die Drehbuchautoren Nancy Doyne und Carroll Cartwright als zeitgenössische Adaption in das heutige New York versetzt haben. Trotz großer existenzieller Themen wie dem Verlust des Zuhauses und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit ist "Das Glück der großen Dinge" ein zutiefst warmherziger und mitunter humorvoller Film, der sich mit dem Zerfall der klassischen familiären Strukturen auseinandersetzt, ohne dabei die einzelnen Protagonisten zu verurteilen.

In TV und Kino finden: Julianne Moore, Alexander Skarsgard, Steve Coogan, Scott McGehee, David Siegel

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