Das geheime Leben der Worte

Drama/ , E 2005
Einfühlsames Drama von Isabel Coixet

Einfühlsames Drama von Isabel Coixet

Der Boden schwankt, wenn man aus dem Kino kommt: Die spanische Regisseurin Isabel Coixet ("Mein Leben ohne mich") hat ein großes, erschütterndes, grandios besetztes Drama inszeniert. "Das geheime Leben der Worte", produziert von Star-Regisseur Pedro Almodovar , wurde bereits mit vier Goyas, den wichtigsten spanischen Filmpreisen, ausgezeichnet.

Vier Jahre lang hat sie keinen Urlaub genommen, Hanna (Sarah Polley), das stille Mädchen aus der Fabrik. Minutiös absolviert sie ihren tristen Alltag. Ein gewaltiger Schmerz sitzt tief ihn ihr, aber mit der Therapeutin Inge (Julie Christie) kann Hanna einfach nicht sprechen. Die Worte sind ihr abhanden gekommen.

Dann schickt der Chef seine beste Arbeiterin in den Zwangsurlaub. Hanna fährt nach Irland, heuert als Krankenschwester auf einer Bohrinsel an, um Josef (Tim Robbins), einen schwer verletzten Arbeiter zu pflegen. Allmählich taut die Traumatisierte auf und erzählt die fürchterliche Geschichte ihres Schweigens.

Spätestens nach einer Stunde zieht Coixets Drama den Zuschauer in seinen Bann. Hanna landet auf der Bohrinsel, diesem scheinbar gottverlassenen Monstrum auf wuchtigen Stelzen, ausgesetzt in der rauen See. Ein Unfall hat den Betrieb lahm gelegt, die Männer haben Zeit. Simon (Javier Camara), der Koch, erfreut die Mannschaft mit exquisiten Gerichten, Meeresbiologe Martin (Daniel Mays) zählt die Wellen und der redselige Josef lockt seine Pflegerin mit immer neuen Geschichten aus der Reserve.

Grimmiger Humor durchzieht dieses großartige, mitunter schmerzhafte, aber so gar nicht weinerliche Melodram. In einer Szene küssen sich zwei stämmige Mechaniker und singen Karaoke auf Ölfässern. Es geht immer wieder ums Essen, um den Alltag, die kleinen Freuden. Wie kann man den Geschmack von Gnocchi beschreiben? Hanna hört zu, und irgendwann lächelt sie sogar. Dabei hat sie Furchtbares erlebt, vor Jahren im Jugoslawien-Krieg...

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