Das Ende ist mein Anfang

Drama, D 2010
Philosophische Gedanken

Philosophische Gedanken

Sechs Jahre ist es her, dass Bruno Ganz in dem oscarnominierten Drama "Der Untergang" Adolf Hitler spielte. In seinem neuen Film "Das Ende ist mein Anfang" spielt Ganz einen Menschen, der ihn auf eine völlig andere Weise fordert.

Die Adaption der gleichnamigen Lebenserinnerungen des langjährigen "Spiegel"-Reporters Tiziano Terzani schildert, wie der krebskranke Journalist sich in den Bergen seiner toskanischen Heimat auf den Tod als sein "letztes großes Abenteuer" vorbereitet. "In dem Fall ging es nicht darum, ein realistisches Porträt zu machen, so wie ich es bei Hitler versucht habe", sagt Bruno Ganz, der spätestens seit Wim Wenders' Film "Der Himmel über Berlin" als einer der ganz großen deutschsprachigen Schauspieler gilt. "Ich musste eine andere Möglichkeit des Ausdrucks finden - plakativ gesagt: einen Weg zwischen Terzani und Ganz."

Wichtig war für ihn dabei neben dem intensiven Lernen des Textes das Gespräch mit Terzanis Sohn Folco. Der hatte seinen Vater in den letzten Wochen begleitet und die Lebenserinnerungen aufgeschrieben - 2007 ein Bestseller. "Das ging so weit, dass Folco mir eines Tages ein Tonband gab, wo die letzten zehn Minuten dieses Mannes zu hören waren", berichtet Ganz. "Das war nicht einfach. Aber wenn man so etwas macht, machen will, muss man sich dem aussetzen."

Herausfordernd war auch, dass der von Regisseur Jo Baier ("Henri 4") in Szene gesetzte Film in einer Art Kammerspiel nur das Gespräch zwischen Terzani und seinem Sohn Folco (Elio Germano) nachzeichnet, auf Rückblenden und Ausflüge nach Asien aber verzichtet.

Der langjährige Südostasien-Korrespondent des "Spiegel" hatte sich nach einem rastlosen Leben an vorderster Front nach seiner Krebsdiagnose für drei Jahre als Eremit auf den Himalaya zurückgezogen und von einem "weisen Mann" den Weg zur Spiritualität weisen lassen. Er sei vieles gewesen, doch am Ende sei er nichts, so fasste Terzani seine Einsicht zusammen.

"Ich kann nicht alles nachvollziehen, und mit der Esoterik habe ich's ja nicht so", sagt Ganz mit leisem Schmunzeln. "Aber diese Erfahrung, in der Natur aufzugehen, die Grenzen zwischen sich selbst und allem anderen aufzuheben - das wird mir in Erinnerung bleiben, mehr als alles andere." Seine eigene Einstellung zum Sterben habe der Film nicht verändert, sagt Ganz. "Ich bin ja fast 70 und natürlich denkt man über den Tod nach. Aber ich denke, dass ich durch solche Filme etwas mitnehme, das es mir erleichtert, dem eigenen Tod zu begegnen."

Für Jo Baier war die Besetzung mit Bruno Ganz eigenen Angaben zufolge ein Glücksfall. "Ich hätte mir keinen anderen Schauspieler für Tiziano vorstellen können", schrieb der Regisseur im Begleitheft. Und auch die Familie Terzani, die für die Dreharbeiten ihr privates Anwesen in der Toskana zur Verfügung stellte, war mit dem Ergebnis zufrieden. Anders als bei der wirklichen Begleitung seines Vater habe er bei dem Film geweint, sagt Sohn Folco. "Es gibt etwas, das erst durch den Film entstanden ist."

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