Darjeeling Limited

Abenteuer/Komödie, USA 2007
Jack, David und Peter wollen ihre Mutter finden

Jack, David und Peter wollen ihre Mutter finden

Mit verkorksten Familien beschäftigt sich Wes Anderson am meisten: Schon mit "Die Royal Tenenbaums" thematisierte der Regisseur kaputte Eltern-Kinder-Beziehungen und ließ in "Die Tiefseetaucher" Bill Murray als unfähigen Vater unter Wasser gehen. In "Darjeeling Limited" dreht sich nun alles um die Bande zwischen drei Brüdern, die von Owen Wilson, Adrien Brody und Jason Schwartzman gespielt werden.

Sie sind drei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Peter, Francis und Jack Whitman haben nicht nur optisch nichts gemeinsam, auch ansonsten trennen sie Welten. Dennoch reisen sie im "Darjeeling Limited", so der Name des indischen Zuges, zusammen auf eine Reise, um ihre Mutter und sich selbst zu finden.

Hauptschauplatz ist der titelgebende Zug Darjeeling Limited, in dem die drei Brüder während ihrer spirituellen Tour durch den indischen Subkontinent touren. Dort hocken sie auf engstem Raum zusammen. Erst langsam tasten sie sich aneinander heran, sind sie doch genug mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Ohne Reibereien geht hier nichts, und schließlich fliegen die Brüder aus dem Darjeeling Limited.

Der älteste Whitman-Spross ist der übel zugerichtete und üppig bandagierte Francis, der wie Darsteller Wilson vor einigen Monaten in der Realität einen Selbstmordversuch nur durch Glück überlebte. Francis übernimmt nicht nur die Planung der Reise, sondern auch gleich die Essensbestellungen für seine beiden jüngeren Brüder.

Peter (Brody) hingegen klemmt sich mit seinen viel zu langen Beinen auf die kurze Schlafliege und versucht mit dem Trip die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes zu verdrängen. Und der schnurrbärtige Jack (Schwartzman) lenkt sich mit der hübschen Bordstewardess von seiner gescheiterten Liebe in der Heimat ab.

Der Film ist dank der Fülle an bizarren Einfällen auf angenehm unkonventionelle Weise unterhaltsam. Das ist besonders dem Drehbuch zu verdanken, das Anderson zusammen mit Sophia Coppolas Bruder Roman und Schauspieler Schwartzman schrieb. Mit visuell überbordenden und ins Detail bunt ausgeschmückten Bildern hat der Regisseur den Film als bizarr-warmherzigen Eisenbahntrip durch Indien inszeniert.

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