Darf ich bitten?

Komödie/Romanze, USA 2004
Richard Gere und Ehefrau Carey Lowell

Richard Gere und Ehefrau Carey Lowell

Der Tanzfilm hat Konjunktur. In der neuesten Kür aus dem Genre steht der Standardtanz im Mittelpunkt. Peter Chelsoms Romanze "Darf ich bitten?" ist die amerikanische Adaption des preisgekrönten Films "Shall We Dance?" von Regisseur Masayuki Suo von 1996. In den Hauptrollen sind Richard Gere und Jennifer Lopez zu sehen.

Ähnlich wie der leitende Angestellte Shohei Sugiyama im japanischen Original fristet auch der Chicagoer Anwalt John Clark (Richard Gere) ein eher tristes Dasein zwischen Büroarbeit und routiniertem Familienleben. Zwar hat er augenscheinlich alles, was er zum Leben braucht: Eine hübsche, erfolgreiche Ehefrau, zwei Kinder, einen erfüllenden Job, ein Haus - doch wirklich glücklich ist er dabei nicht. Kaum kommt er mit der U-Bahn nach Hause, wird er von seiner karrierebewussten Frau Beverly (Susan Sarandon) allein gelassen. Das gemeinsame Familienleben bleibt auf der Strecke.

Einziger Lichtblick ist die schöne Tanzlehrerin Paulina (Jennifer Lopez), die er allabendlich von der U-Bahn aus in einem Fenster eines heruntergekommenen Tanzstudios stehen sieht. Mit ihr, die melancholisch in die Dunkelheit schaut, fühlt er sich verbunden. Um aus der Sackgasse des Alltagstrotts zu entkommen, wendet er sein Leben um 90 Grad und beginnt einen Tanzkurs in der Schule, in der Paulina arbeitet. Mit Rumba und Walzer kommt neuer Schwung in sein Leben. Wie sein japanischer Vorgänger blüht auch Clark auf und führt mit seinem Hobby ein prickelndes Doppelleben.

In Japan, wo Berührungen zwischen Mann und Frau wenig alltäglich sind und der Gesellschaftstanz besonders für Männer als anzüglich gilt, sorgen der Tabubruch des Hauptdarstellers und die Geheimhaltung für Spannung und Tiefgang. In der US-Version geht es hingegen vielmehr um das amerikanische Tabu, offen zuzugeben, dass man unglücklich ist, obwohl man scheinbar nichts entbehrt.

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