Dancer In The Dark

Musical/Drama, DK/D/NL/USA/UK/F/S/SF/IS/N 2000
Lars von Trier und Björk in Cannes

Lars von Trier und Björk in Cannes

Das bisherige Lebenswerk von Lars von Trier steht im Mittelpunkt einer Retrospektive (bis 30. Juni) in Wiens ältestem Kino. Die Breitenseer Lichtspiele widmen dem einflussreichen dänischen Regisseur beinahe zwei Monate ihrer Spielzeit, am Samstag, 30. Mai, wird um 16.30 Uhr "Dancer In The Dark" gezeigt.

Lars von Trier wurde am 30.4.1956 in Kopenhagen geboren und studierte Regie an der Filmhochschule in Kopenhagen. Neben einigen internationalen Erfolgen mit etwa seinem Film noir "Forbrydelsens Element" (1984) oder seiner Handkamera-Arbeit "Breaking The Waves" (1996) steht Trier auch im Zentrum der von ihm mit aus der Taufe gehobenen Dogma 95-Bewegung. Seine Arbeit reicht von avantgardistischen Experimenten bis zu Neuinterpretationen klassischen Genres, wie z.B. in "Epidemie" (1987).

Triers Filmmusical "Dancer in the Dark" mit der isländischen Popdiva Björk, die auch die Filmmusik komponiert hat, erzählt die Geschichte der tschechischen Einwanderin und Fabrikarbeiterin Selma im Amerika der sechziger Jahre. Sie hat ein Geheimnis, das sie nur mit ihrer besten Freundin Kathy (Catherine Deneuve in einer untypischen proletarischen Rolle) teilt: Sie leidet an einer Erbkrankheit, die sie allmählich erblinden lässt. Ausgewandert ist sie, um ihrem zehnjährigen Sohn das gleiche Schicksal zu sparen. In der kurzen Zeit, die ihr noch bleibt, geht sie bis an ihre physischen Grenzen, um noch möglichst viel Geld für eine rettende Operation zusammen zu sparen.

Aus dieser in quasi-dokumentarischer Dogma-Art gefilmten Wirklichkeit rettet Selma sich, wenn sie unerträglich zu werden droht, in eine Musicalwelt, zu der jedes Geräusch, und sei es das ohrenbetäubende Stampfen der Maschinen, sie inspirieren kann. Sie transformiert die reale Szene in eine Choreografie mit Selma als tanzender und singender Hauptdarstellerin, in der die ausgebleichten Farben - die ebenso wie die Unschärfe der Dogma-Schwenks in diesem Fall Selmas zunehmender Sehschwäche zu entsprechen scheinen - in unnatürlichen Tönen zu leuchten beginnen. Auch nach außen hin trägt Selma ihr Schicksal mit einer unerschütterlichen Gelassenheit und positiven Ergebenheit - würde nicht ihr Fatalismus zu einem der tragischsten Finali führen...

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