Dampfnudelblues

Komödie/Kriegsfilm, D 2013
Polizist Eberhofer geht einem Vandalenakt nach

Polizist Eberhofer geht einem Vandalenakt nach

Bayerisch-lakonisch wie zu den besten Zeiten von Helmut Dietl kommt "Dampfnudelblues" daher, die erste Verfilmung der erfolgreichen Krimireihe rund um Dorfpolizist Franz Eberhofer. Mit einem halb bayerischen und halb österreichischen Ensemble inszeniert Regisseur Ed Herzog ein höchst amüsantes Kriminalstück aus der Provinz, dem dennoch nicht der schale Geschmack des Provinziellen anhaftet.

Eigentlich hat es sich Franz Eberhofer als strafversetzter Dorfpolizist in Niederkaltenkirchen ganz gemütlich eingerichtet: Oma (Ilse Neubauer) kocht am heimischen Hof, während sein Beatles-liebender, kiffender Vater Franz auch nicht stört. Als aber an die Hauswand von Schuldirektor Höpfl "Stirb Du Sau" geschrieben und der Unsympathler dann auch noch von einem Zug überrollt wird, wird es stressig.

Während die Münchner Kripo und sein Chef Moratschek schnell an Suizid glauben, tippt Eberhofer auf Mord und nimmt mit seinem Ex-Kollegen Rudi Birkenberger die semilegalen Ermittlungen auf. Dass Freundin Susi in Italien fremdflirtet und Bruderherz Leopold mit seinem thailändischen Nachwuchs Sushi zusätzlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, macht die Sache nicht leichter.

"Dampfnudelblues" lebt in erster Linie von seinen skurrilen Protagonisten. Die Charakterzeichnung bleibt bei aller Komik stets im plausiblen Rahmen, zeichnet die Protagonisten nie als Karikaturen. Mit trockenem Humor wird Franz Eberhofer gleichsam als bayerischer Brenner etabliert.

Einen guten Anteil daran haben neben dem herausragenden Sebastian Bezzel auch die zahlreichen heimischen Schauspieler, die sich in die bajuwarische Dorfidylle einfügen. Robert Palfrader gibt den gänzlich unsympathischen Direktor, während Simon Schwarz mit Eberhofer-Freund Rudi wieder einmal einen leicht trotteligen, aber nicht minder liebenswerten Menschen spielt. Nina Proll ist als kalte Schwester zu sehen, während Maria Hofstätter in einer Nebenrolle als misshandelte Frau zum Gegenschlag ausholt. Und schließlich ist noch Michael Ostrowski als kauziger Pathologe mit von der Partie. "Ich habe gerne mitgespielt, weil es eines der besten Drehbücher war, das ich in letzter Zeit gelesen habe", zollte der Steirer im APA-Interview dem Werk seinen Respekt.

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