Dame, König, As, Spion

Drama, F/GB/D 2011
Gary Oldman ist der neue George Smiley

Gary Oldman ist der neue George Smiley

"Dame, König, As, Spion" ist ein Spionage-Klassiker aus dem Kalten Krieg. Ihn neu auf die Leinwand zu bringen, war ein riskantes Unterfangen. Doch mit Stars wie Gary Oldman und Colin Firth gelang dem schwedischen Regisseur Tomas Alfredson ein großer Coup.

Die Idee, "Dame, König, As, Spion" zu verfilmen, klang nach einem todsicheren Rezept für eine Katastrophe. Ein Spionage-Klassiker aus den Tiefen des längst vergangenen Kalten Krieges. Ein stiller und sehr britischer Film, der weltweit sein Geld einspielen soll. Doch aus dem Berg an Herausforderungen wurde ein Triumph: Begeisterte Kritiker, gut gefüllte Kinosäle und drei Oscar-Nominierungen, darunter die allererste für Hauptdarsteller Gary Oldman.

"Dame, König, As, Spion" ist keine Spionage-Geschichte, wie man sie heutzutage oft im Kino sieht. Eher Schachspiel statt Action. Nicht ein James Bond steht im Mittelpunkt, sondern die Männer im Hintergrund, die die Bonds in Bewegung setzen. George Smiley ist ein alternder, desillusionierter Geheimagent, auf den eine unangenehme Aufgabe zukommt: Er soll einen Agenten der Sowjets finden, einen "Maulwurf", der sich über Jahrzehnte bis in die Chefetage des britischen Geheimdienstes vorgegraben hat.

Also geht Smiley auf eine Reise durch die Vergangenheit, zieht den Kreis immer enger - und hat zugleich Angst vor der Wahrheit, die er am Ende findet. Denn es sind Freunde und Kollegen, die er da verdächtigen muss, langjährige Weggefährten, von denen einer ein Verräter ist. Ein Buch in zwei Stunden Film zu pressen, ist immer eine Herausforderung. "Wir haben die Handlung als Basis genommen und uns auf den emotionalen Teil konzentriert", sagt Alfredson. Dafür war genug Stoff in der Geschichte: Denn wie alle Bücher von John le Carré ist "Dame, König, As, Spion" auch eine Geschichte über Liebe und Verrat - Smiley wird permanent von seiner Frau betrogen.

Fans des Buchs dürften sich im Kino das eine oder andere wundern: Schauplätze wurden verschoben, Handlungsstränge umgeleitet oder gekürzt. Das war auch von le Carré so abgesegnet. "Versucht nicht, das Buch zu kopieren - das gibt es schon. Macht etwas Neues daraus!", habe der Schriftsteller ihm auf den Weg gegeben, erinnert sich der Regisseur. Und Alfredson hat es geschafft, die Atmosphäre des Buchs in seinen Film zu übertragen, die Isolation, Smileys Traurigkeit, die immer stärker pulsierende innere Spannung, je näher er zum Ziel seiner Jagd kommt.

Oldman, der jetzt auf einen Oscar als bester Hauptdarsteller hofft, ist der Anker dieses Films. Der Schauspieler sehe zwar überhaupt nicht so aus, wie er sich Smiley beim Schreiben vorgestellt habe, räumt le Carré ein. Aber Oldman habe Smiley neu erfunden: "Charmant und verstörend zugleich. Er ist ein Smiley, der geduldig darauf wartet zu explodieren."

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