Dallas Pashamende

Drama/ , A/H/D 2005
Kein schönes Leben zwischen Müllhügeln

Kein schönes Leben zwischen Müllhügeln

Der Lehrer Radu kehrt in seinen Geburtsort zurück, um das Begräbnis des Vaters zu organisieren. Der Ort "Dallas", Schauplatz der faszinierenden ungarisch-deutsch-österreichischen Koproduktion "Dallas Pashamende" von Robert Adrian Pejo, liegt abseits vom Touristenströmen inmitten von Müllhalden.

Die Menschen leben im und vom Müll. Kein Strom, kein Wasser. Dafür Gift, Gestank, Geschlechtskrankheiten. Nichts wie raus aus dem Ekel, ist der erste Gedanke jedes Zuschauers. Und der Regisseur Robert Adrian Pejo macht exakt das Gegenteil. Nicht raus, sondern rein.

Rein in die Welt der Roma, die sofort das Auto zerlegen, kaum dass Radu vor der Hütte des Vaters angehalten hat. Die Müllmenschen bekommen Gesichter und Geschichten. Man lebt mit ihnen. Mag mag sie immer mehr. Und man vermisst die Weitererzählung ihrer Schicksale, als nach 93 Minuten der Abspann läuft.

Die Handlung ist schnell erzählt: Der Lehrer sieht seine Jugendliebe wieder, gerät in Konflikt zwischen ihr und seiner weißhäutigen Verlobten, einer Lehrerkollegin aus Bukarest, entscheidet sich teils zu schwach, teils zu spät, und nach etlichen tragischen Zwischenfällen, die seine Jugendliebe das Leben kosten, kehrt er Dallas endgültig den Rücken.

Dallas heißt der ausrangierte Bus in der Müllsiedlung, mit seiner Sperrmüllbar das gesellschaftliche Zentrum. Der Videorecorder zeigt jeden Abend Folgen aus der gleichnamigen TV-Serie aus den USA. Der Traum vom anderen Leben, der genauso wenig kostet wie das Giftschnüffeln der Kinder.

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