Daddy's Home

Komödie, USA 2015

Will Ferrell und Mark Wahlberg kämpfen um die Gunst der Kinder

Der Eine ist der (über)perfekte Ersatzvater: engagiert, zuverlässig, vorbildhaft, emotional zugewandt, mit allen Eltern-Ratgebern vertraut - doch leider auch ein bisschen trottelig-langweilig. Der Andere ist das genaue Gegenteil: draufgängerisch, unberechenbar, ein Hallodri - aber ebenso cool wie muskelbepackt-sexy.

Das Problem: Stiefvater Brad (Will Ferrell) und Erzeuger-Dad Dusty (Mark Wahlberg) kämpfen beide um die Gunst des Geschwisterpaares Megan und Dylan - und es kann nur einen Sieger-Papa geben. Das muss krachen, ganz besonders in einer Komödie, in der Haudrauf-Komiker Will Ferrell mitspielt. Und so kracht es viel und laut im neuesten Streich der beiden Schauspieler mit dem Titel "Daddy's Home - Ein Vater zu viel".

Denn Ferrell und Wahlberg haben dieses Konzept - hier der überkorrekte, zurückhaltende Softie, dort der knallharte, supercoole Macho - schon einmal erfolgreich umgesetzt. In der 2010er-Komödie "Die etwas anderen Cops" mussten sie als ungleiche Polizisten gemeinsam einen Fall lösen - mit allerlei Verwicklungen und Fehltritten, versteht sich. Der Film spielte allein in den USA rund 120 Millionen Dollar ein; ein recht guter Wert für eine Komödie.

Also warum das Ganze nicht noch einmal so ähnlich probieren? Jetzt sind es eben keine ungleichen Cops, sondern ungleiche Väter, die aufeinander losgelassen werden. Zunächst kriegen sich die beiden ziemlich in die Haare, doch dann merken sie, dass sie wohl zusammenarbeiten müssen, denn eigentlich haben sie ja das gleiche Ziel: Ihre Kinder glücklich zu machen. Immerhin schaffte es dieser Klamauk zum US-Start rund um Weihnachten auf Platz zwei der dortigen Kinocharts hinter dem übermächtigen "Star Wars"-Abräumer. 116 Millionen Dollar lautet das US-Einspielergebnis bis jetzt - wieder ganz ordentlich.

Das gilt auch teilweise für die Gags: Irgendwie ganz ordentlich, aber auch ziemlich krachledern. Neben echt witzigen Passagen wie dem Tanz-Wettstreit aufgebrachter Väter, die sich gerade noch prügeln wollten, gibt es eine Menge überkandidelte Albernheiten. Beispiele? Die krachende Fahrt auf dem geborgten Motorrad quer durchs Haus mit einem Will Ferrell, der anschließend in der Gipswand feststeckt. Oder die Skateboard-Action im Garten mit einem Will Ferrell, der an die Oberleitung knallt.

Eine Klamotte, mit der Regisseur Sean Anders ähnlich wie bei seinem Adam-Sandler-Film "Der Chaos-Dad" meist direkt auf die Zwölf geht. Subtil geht anders. Allerdings kann "Daddy's Home" durchaus ein Spaß sein, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Und Thomas Haden Church als verschrobener Radio-Chef, der seinem Angestellten Brad mit unnützen Tipps zur Seite steht, ist durchaus sehenswert.

Kinotipps
Le grand bal - Das Große Tanzfest

Le grand bal – Das Große Tanzfest

In einem französischen Dorf treffen sich jedes Jahr zweitausend Menschen, um gemeinsam sieben Tage und acht Nächte lang ...

Kinotipps
Alexander McQueen - Der Film

Alexander McQueen – Der Film

Ian Bonhôte und Peter Ettedgui schufen ein Biopic des außergewöhnlichen Modeschöpfers

Kinotipps
RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit

Die 85-jährige Richterin Ruth Bader Ginsburg bietet am Supreme Court der USA auch Donald Trump die Stirn – ein fesselndes Porträt

Kinotipps
Loro

Loro

Paolo Sorrentino drehte ein Biopic über Silvio Berlusconi, mit Toni Servillo in der Hauptrolle

Kinotipps
Glass

Glass

Regisseur M. Night Shyamalan lässt die Hauptfiguren seines Kultfilms Unzerbrechlich und das Biest aus Glass auf der Leinwand ...

Kinotipps
Die Schneiderin der Träume

Die Schneiderin der Träume

Indisches Dienstmädchen träumt von Karriere als Modedesignerin