Creep

Horror/Thriller, GB/D 2004
Franka Potente in Horror-Trash-Debüt

Franka Potente in Horror-Trash-Debüt

Eine smarte Blondine, ein leerer U-Bahnsteig, ein (noch) unsichtbares Wesen, das dort sein Unwesen treibt: Die Schlachtplatte ist lecker angerichtet im britischen Horrorfilm "Creep". Dass die Deutsche Franka Potente die Hauptrolle spielt, ist überdies erfreulich.

Der britische Jungregisseur Christopher Smith bemüht sich um eine realistische Atmosphäre, wenn er die beiden Hauptfiguren einführt. Mit dem Titelgebenden urbanen Ungeheuer machen bereits im dunklen Vorspann zwei Kanalarbeiter, die über die verschiedenen Duftnoten im Abwasser flachsen, blutige Bekanntschaft. Von ganz unten blendet das Geschehen unmittelbar auf Kate über, eine Deutsche, die in London irgendwas Schickes mit Medien macht.

Das selbstbewusste Partygirl, das sich gerade auf einer öden Fete befindet, zieht auf ihren 400 Pfund teuren Stilettos los, um George Clooney zu treffen, dessen Hoteladresse sie ergattert hat. Da kein Taxi zu kriegen ist, muss sie die "Tube" nehmen. Auf dem Bahnsteig duselt die alkoholisierte Kate jedoch ein und erwacht, offensichtlich mutterseelenallein, in der inzwischen abgeriegelten U-Bahn-Station. Kopflos steigt sie in einen plötzlich auftauchenden Zug, der sich prompt als Geisterbahn entpuppt.

Ein vermeintlich unheimlicher Mitfahrer erweist sich zwar als ihr Bekannter Guy, ist Kate aber keine Hilfe - versucht er doch, sie zu vergewaltigen. Doch das zudringliche Ekelpaket wird in den Schacht hinabgezogen und taucht als blutüberströmtes Etwas wieder auf. Kate flüchtet - womit Franka Potente das tut, was sie schon in "Lola rennt" überzeugend tat. Die Underground-Expedition bedient sich bei typischen Genre-Versatzstücken mit diversen Splattereinlagen und zahlreichen Schockmomenten, erzeugt zum Teile eine klaustrophobische Enge, besinnt sich schließlich aber auf seine augenscheinliche Intention als guten, alten Monster-Trash.

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