Crazy, Stupid, Love

Komödie/Drama, USA 2011
Wie die Teenager

Wie die Teenager

"Das höchste Glück im Leben besteht in der Überzeugung, dass wir geliebt werden" - Nur ist diese Überzeugung ungeachtet des Victor Hugo'schen Aphorismus leider nicht immer so einfach zu gewinnen. Dieses alte Dilemma bildet die Grundlage für "Crazy, Stupid, Love.", die neue Komödie mit Dauertollpatsch Steve Carell und Julianne Moore.

An der Spitze eines großen Ensembles stehend, deklinieren die beiden darin die verschiedenen Stadien von Liebe auf humorvolle, bisweilen kitschige, bisweilen anrührende, bisweilen ernüchternde Weise durch. Emily Weaver (Julianne Moore), verheiratete Mutter dreier Kinder, ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie beginnt, sich alleine im Kino den neuesten "Twilight"-Film anzusehen und schläft nicht zuletzt mit ihrem Arbeitskollegen David Lindhagen (Kevin Bacon). Diese Midlife Crisis trifft ihren Mann Cal (Steve Carell) ins Mark, worauf er auszieht. Der sympathische Frauenheld Jacob Palmer (Ryan Gosling) nimmt sich des armseligen Häufchen Elends schließlich an, das allabendlich in seiner Bar herumhängt. Er möbelt den leicht spießigen Cal auf, der sich daraufhin in sexuelle Abenteuer stürzt, auch wenn er seine Emily noch immer liebt. Und dann wäre da Sohnemann Robbie (Jonah Bobo), der erfolglos verliebt in seine Babysitterin ist, die wiederum auf Vater Cal ein Auge geworfen hat. Und die älteste Tochter Hannah (Emma Stone) gibt es auch, die Frauenheld Jacob in der Bar begegnet, während es mit ihrem Lebensgefährten kriselt. Und da gibt es die sympathisch-desorientierte Lehrerin Kate (Marisa Tomei), und, und, und....

Alles in allem zeigt sich "Crazy, Stupid, Love." als die sympathische Variation von Arthur Schnitzlers "Reigen". Mit liebevolleren Charakteren als am Ende des Fin de Siecles wird das Wechselspiel des Begehrens und der Suche nach dem Seelenpartner geschildert. Das Regieduo Glenn Ficarra/John Requa, das sich zuvor mit "I Love You Phillip Morris" ebenfalls dem Thema Liebe widmete, schafft ein buntes Panoptikum der verschiedensten Liebesstadien - vom lange verheirateten Ehepaar zur ersten Jugendliebe, vom Barflirt zum One-Night-Stand.

Ficarra/Requa schrecken immer wieder auch nicht vor sommerlich-leichtem Klamauk zurück, schaffen aber zugleich immer wieder wahrhaftige Begegnungen zwischen Menschen, authentische Situationen oder bringen charmante Anbahnungen eines One-Night-Stands in die ewige Liebessuche - und bisweilen auch in überschaubaren Dosen ein bisschen Kitsch. Aber irgendwie gehört der zur Liebe ja auch ein bisschen dazu.

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