Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Komödie/Family, GB 2005
Märchenhafte Welten voll wunderbarer Details

Märchenhafte Welten voll wunderbarer Details

Unter einem Mangel an Fantasie und Kreativität leidet der US-Filmemacher Tim Burton mit Sicherheit nicht. Nach "Big Fish" und "Charlie und die Schokoladenfabrik" entführt der 47-Jährige mit dem romantisch-makabren Puppentrickfilm "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" erneut in eine märchenhafte Welt voller wunderbarer Details.

Mit dem Gang in den Kinosaal betritt der Zuschauer eine düstere, streng konservative Kleinstadt im Europa des 19. Jahrhunderts. Argwohn, Habgier und Missgunst bestimmen das Bild - das Leben der Menschen ist so ungemütlich wie die triste Landschaft und die karg möblierten Häuser in dem Dorf.

In all der Düsterheit ist für den jungen Mann Victor nur die holde Victoria ein Lichtblick, die er zuerst auf elterlichen "Wunsch" heiraten muss, dann aber auch ganz schnell heiraten will. Doch die in diesen Tagen so seltene Liebesehe wird jäh vereitelt durch ein fatales Missgeschick - tollpatschig gibt Victor einer toten Frau das Jawort und fährt damit buchstäblich zur Hölle.

Für die Geschichte ließ sich Burton von einem russischen Gruselmärchen inspirieren - einen Horrorfilm hat er jedoch nicht daraus gemacht. Vielmehr erzählt er mit großartigem schwarzen Humor und einer ganzen Menge Romantik von zwei Menschen, die weder Tod noch Teufel ähnliche Gegenspieler von ihrer Liebe abbringen können. Dabei erschafft er mit wunderschönen Bildern eine Atmosphäre auf der Leinwand, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen in den Bann zieht.

Technisch gesehen ist der Film eine Fortsetzung des Burton-Klassikers "The Nightmare Before Christmas". Die damals so begeisternde Puppentechnik hat er für "Corpse Bride" mit Hilfe von Computern perfektioniert. Noch nie wirkten Puppen so echt - grobmotorische, gefühlsleere Figuren gehören endgültig der Vergangenheit an. Der Vorteil gegenüber Trickfilmen, die Dreidimensionalität der Charaktere und der Umgebung, wird deutlich wie selten zuvor. Das Geschehen auf der Leinwand wirkt lebensnah. Zehn Jahre haben Burton und sein Team an dem Film gearbeitet. Es hat sich absolut gelohnt.

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