Control

Drama/Musikfilm, GB/USA/AUS/J 2007
Sam Riley verkörpert den Musiker Ian Curtis

Sam Riley verkörpert den Musiker Ian Curtis

Ian Curtis, Sänger der Band Joy Division, hatte Ende der 70er Jahre die düstere Stimmung der Postpunk-Ära reflektiert. In den Texten des Pop-Poeten steckte die Verzweiflung über sein Leben. Als er sich 1980 erhängte, war er 23 Jahre alt. Als Fan hatte Anton Corbijn damals Fotos der Kultband gemacht. Mit "Control" widmet der Star-Fotograf und Video-Regisseur Ian Curtis seinen ersten Spielfilm.

"Control" ist ein außergewöhnliches Musikerporträt in Schwarz-Weiß. Die schmucklose Intensität, mit der Corbjin in seinen Bildern die Aura einer Pop-Ära mitgestaltete, zeichnet auch seinen Film aus. Er basiert auf dem Buch "Touching From a Distance" von Ian Curtis Witwe Deborah und wurde bei den 10. British Independent Awards in fünf Kategorien ausgezeichnet: unter anderem als Best British Independent Film, für die beste Regie und mit dem Preis als "most promising Newcomer" für den vielversprechenden Sam Riley.

Riley, der einen kurzen Auftritt in Michael Winterbottoms "24 Hour Party People" als Mark E. Smith von The Fall hatte, sieht man nun in einer kongenialen Verkörperung von Curtis. Einen verschlossenen Jungen, der vom neurologischen Chaos in seinem Kopf getrieben wird. Dessen unberechenbare Stimmungen, als Folge wahllos verabreichter Medikamente gegen Epilepsie, auch die Ehe mit seiner Jugendliebe Debbie (Samantha Morton) zerstörte. Auch Curtis Körpersprache hat Riley nachbuchstabiert. Die Schüchternheit, die sich auf der Bühne in unkontrollierte Motorik steigern konnte. Und die bei der ersten Begegnung mit seiner neuen Liebe Annik Honoré (Alexandra Maria Lara) für einen der anrührendsten Momente in dem Film steht.

Corbijn sind viele Momente von authentischer Nähe gelungen. Sensibel aber unsentimental zeigt er die Zerrissenheit zwischen privater Verzweiflung und Bühnenkult. Darum ist "Control" der mit Abstand beste Musikerfilm in einer langen Reihe von biografischen Filmen und Rock 'n' Roll-Märchen. Der Film war Gewinner des 15. Hamburger Filmfests.

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