Confession

Drama, F/D/GB 2012
Pete Doherty in seiner ersten Schauspielrolle

Pete Doherty in seiner ersten Schauspielrolle

Skandal-Rocker Pete Doherty gibt in "Confession" sein Leinwanddebüt als romantischer Held. Er spielt einen Anfang des 19. Jahrhunderts an der Liebe zweifelnden und von der Dekadenz seiner Zeit überwältigten Beau.

Etwas hölzern spielt er an der Seite der großartigen Charlotte Gainsbourg diesen romantischen Helden Octave in Sylvie Verheydes Verfilmung des autobiografischen Romans "Bekenntnis eines jungen Zeitgenossen" von Alfred de Musset (1810-1857). Schauspielerisch mag Doherty darin nicht brillieren, und doch scheint ihm die Rolle auf den Leib geschrieben.

Verheydes bildgewaltiges Epos erzählt von der schmerzhaften Beziehung von Octave (respektive de Musset) zu der um ein paar Jahre älteren Witwe Brigitte (Gainsbourg), die im wahren Leben George Sand hieß, die Schriftstellerin, mit der de Musset jahrelang eine leidenschaftliche Beziehung führte.

Octave ist ein verlorenes Kind seiner Zeit: keine Geldsorgen, keine richtige Arbeit, dafür rauschende Feste und flüchtige Liebschaften. Doch nachdem er sich von seiner Geliebten Elise (Lily Cole) betrogen fühlt, kann er nicht mehr an die Liebe glauben. Zum Sterbebett seines Vaters aufs Land gerufen, lernt er dort Brigitte kennen. Nach anfänglichem Zögern finden sich die beiden und wissen doch, dass auch diese Liebe nicht halten wird. Und so ist "Confession" vor allem die Erzählung nicht nur einer quälenden Liebe, sondern auch einer sich ankündigenden schmerzvollen Trennung. Octave kann nicht mehr an die Liebe glauben, sein zynischer, dandyhafter Freund Desgenais (August Diehl) schon gar nicht.

Verheyde lässt ihre Figuren zwischen Liebe, Hoffnung und Enttäuschung taumeln und wählt dafür schwelgerische Bilder: Halbnackte Körper liegen übereinander, leere Weingläser stehen neben exotischen Früchten und prunkvollen Kerzenleuchtern, hier blitzt eine nackte Brust aus dem Korsett hervor, dort schläft ein berauschter Liebhaber mit offenem Mund. In einer Schlüsselszene liegen Octave und Brigitte in weißen Laken im Bett eines lichtdurchfluteten Zimmers. Octave liest ihr Tagebuch, spielerisch albern die beiden miteinander, ein Glück, das trügt und vergänglich ist.

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