Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft

Drama, F 2009
Audrey Tautou verkörpert Coco Chanel

Audrey Tautou verkörpert Coco Chanel

Eigentlich hieß sie Gabrielle. Zu Coco wurde sie durch ein Chanson, das sie mit ihrer Schwester in Nachtlokalen zum Besten gab: "Qui qu'a vu Coco?" Darüber und über die ersten Liebschaften einer eigenwilligen jungen Frau, die sich im Frankreich um die Jahrhundertwende emanzipiert, bekommt man in Anne Fontaines Film "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft" mit Audrey Tautou zu sehen.

Mit opulenten Bildern zeigt Fontaine die Welt, in der Gabrielle Bonheur Chanel (1883-1971) geboren wird. Henri Toulouse-Lautrec und Marcel Proust scheinen stets gleich um die Ecke zu biegen. Mürrisch und wenig um die ihr nachstellenden Männer bemüht, schafft es die Halbwaise trotzdem aus dem Nachtlokal ins Schlafzimmer eines reichen, blasierten Pferdenarren (Benoit Poelvoorde als teddybärenhafter Etienne Balsan) und von dort in die Arme eines schönen Liebhabers (Alessandro Nivola als Cocos "einzige Liebe" Boy Capel), der ihr mit seinem Geld einen Hutsalon finanziert. Von dort aus startet sie ihren Siegeszug und konzentriert sich nach dem baldigen Unfalltod ihres Geliebten verbissen auf die Arbeit. Auch konzentriert sich Fontaines Film auf ihren Kampf gegen das Modediktat jener Zeit und gegen gesellschaftliche Zwänge, bei dem dezente Formen, Schwarz-Weiß-Kombinationen und schlichte Androgynität gegen ausladende Silhouetten, eng geschnürte Korsetts und wallende Hutfedern antreten.

Chanel wird einmal reich und berühmt werden, spektakuläre Affären haben - darunter zu einem Nazi - doch niemals heiraten. Melancholie und Bitterkeit sind in dieser Erfolgsstory der Preis der Freiheit - im Leben wie auf der Leinwand. Den Weg dieser Frau, die schöpferisch alle Defizite, Demütigungen und Erfahrungen in Weltmode verwandelte, zeichnet Fontaine ausführlich und mit Unterstützung des Hauses Chanel als einfach strukturiertes Stationendrama in hoch ästhetischen, oft grau getönten Bildern. Aller Aufwand schöner Bilder dient zu gepflegtem London-Symphony-Orchestra-Sound als Kulisse für die Entwicklung einer einsamen Frau, die der Inbegriff von Mode wurde.

Hauptdarstellerin Audrey Tautou verpasst Coco einen herben Charme, der - mit Zigarette im Mund und provokant selbstbewusstem Auftreten - einen schönen Gegensatz zu den Geschlechterkonventionen ihrer Zeit darstellt. Dennoch bleiben viele dunkle Seiten ihres Charakters und ihres Lebens ausgespart - von ihrem herrischen, unzugänglichen Auftreten bis zu den späteren Kollaborations-Vorwürfen.

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