Cloverfield

Action/Science Fiction, USA 2008
Alles Gute kommt von oben?

Alles Gute kommt von oben?

"Cloverfield" ist mal ein ganz anderer Katastrophenfilm. Ein gigantisches Monster überfällt New York - und wir erleben das nur über die verwackelten Aufnahmen einer Amateurvideokamera - den ganzen Film lang. Was ein gewagtes Experiment im Reality-Kino ist, kann zugleich zu einer harten Probe für die Zuschauer werden.

Die Geschichte fängt an mit einer ganz gewöhnlichen Party junger Leute. Rob geht für einen neuen Job nach Japan. Seine Freunde machen eine Feier, einer soll mit der Videokamera Abschiedsgrüße filmen. Man muss also erst 20 Minuten Party-Bilder überstehen, bis der erste dumpfe Knall kommt, dann eine Explosion, dann fallen Wolkenkratzer und der Kopf der Freiheitsstatue schlägt in der Straße neben dem Haus ein. Es folgt ein atemloser Lauf durch Manhattan mit der Videokamera, mit allen Elementen, die zu einem Monster-Film dazugehören, beobachtet mit der Kamera eines Augenzeugen.

"Es ist wie 'Godzilla' trifft 'Blair Witch Project'", beschreibt Produzent J.J. Abrams, der Mann hinter den TV-Serien "Alias" und "LOST", seinen Film. Und bringt auch gleich das zweite unvermeidliche Stichwort ins Spiel. Er habe bei dem Film viel über die "YouTube-isierung" des Lebens nachgedacht: Auf der populären Video-Plattform im Internet könne man Videos praktisch zu jedem Ereignis finden. Web-Video boomt und Studien sagen voraus, dass bald ein Viertel der konsumierten Unterhaltung von den Internet-Nutzern selbst erstellt werden wird. "Cloverfield" bringt den Trend zur Vollendung.

Bei den Dreharbeiten stellte man fest, dass es manchmal schwieriger ist, eine Amateuraufnahme nachzuahmen, als einen "ehrlichen" Kinofilm zu filmen, sagt Abrams. Wegen der langen Zeiträume ohne Schnitt mussten die Szenen und die augenscheinlich chaotischen Kamerabewegungen genau choreographiert werden.

Der Film mit kaum bekannten Schauspielern (sie sollen ja auch wie Jedermann aussehen) kostete 25 Millionen Dollar - fast alles davon ging für Spezialeffekte drauf. Schon am ersten Wochenende spielte "Cloverfield" fast das Doppelte ein. Das Geheimnis: Eine geschickte Werbe-Kampagne, die das Interesse anheizte. Über keinen anderen neuen Film war in den USA in den vergangenen Monaten so viel gerätselt worden. Doch während die Spannung wuchs, blieben Details bis zuletzt rar. Nun lüftet sich der Vorhang...

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