City of God

Action/Drama, BR/F/USA 2002
Die Idylle ist trügerisch

Die Idylle ist trügerisch

In seinem atmosphärisch bestechenden Spielfilm "City of God" zeichnet der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles ein erschreckendes Bild vom Leben in den Baracken-Siedlungen Rio de Janeiros. Geld, Drogen und Waffen zählen dort mehr als ein Menschenleben. Am 16. Juli im Kino unter Sternen in Wien.

In einer rasanten Montage werden zu Beginn rhythmisch Messerklingen gewetzt, Hühner geköpft, gegrillt und verspeist. Doch einem Huhn gelingt es, panisch davon zu flattern, was zu einer fulminanten Verfolgungsjagd führt - quer durch die "City of God" ("Stadt Gottes"): Dieses heruntergekommene brasilianische Slum- Viertel wird von zwei gefährlichen Gangs beherrscht, die sich erbarmungslose Machtkämpfe liefern.

Die brutale und hoffnungslose Geschichte von "City of God" basiert auf dem 600 Seiten starken Roman "Cidade de Deus" des brasilianischen Autors Paulo Lins, der selbst in einem Elendsviertel der Favelas aufwuchs. Mit den Figuren, die er in seinem Buch beschreibt, kam er in Berührung, wenn er nur aus dem Fenster sah. Der Regisseur und Werbefilm-Produzent Meirelles war von der Vielzahl der Charaktere und Storys fasziniert, die das Buch mit seinen rund 300 Figuren in sich birgt. Er entschied sich, bei der Verfilmung die Fülle der verschiedenen in- und gegeneinander verlaufenden Geschichten beizubehalten. Mit der Leinwand-Adaption beauftragte er den brasilianischen Drehbuchautor Bráulio Mantovani.

Der Erzähler in "City of God" ist ein schüchterner, junger Fotograf (Alexandre Rodrigues), der davon träumt, dieser zerstörten Welt zu entfliehen. Durch seine Augen schildert Meirelles, wie die Entstehung des Drogenhandels Ende der sechziger Jahre in Rio beginnt und ein kleiner, schießwütiger Junge zu einem gefürchteten Gangführer (Leandro Firmino da Hora) aufsteigt, der mit Drogenhandel und kriminell verordneter Ruhe fast die gesamte Gegend kontrolliert. Sein rabiates Vorgehen stößt auf den Widerstand eines rivalisierenden Gangsters (Matheus Nachtergaele), der ebenfalls seine Bande aufrüstet. Anfang der achtziger Jahre bricht in der "City of God" der Krieg aus.

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